Bewegung statt Operation

Bocholt. Fast 80 Prozent der Deutschen klagen mindestens einmal in ihrem Leben über Rückenschmerzen. Damit erkranken Deutsche im internationalen Vergleich häufiger. Rückenbeschwerden sind nach den Atemwegserkrankungen die zweithäufigste Ursache für Arztbesuche und sind damit Ursache von 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. Jedoch haben Nackenschmerzen und Rückenschmerzen oftmals behebbare Ursachen. Deswegen wurde „Der Tag der Rückengesundheit“ im Jahr 2002 durch das Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz eingeführt. Mit dem Aktionstag wird zur aktiven Prävention von Rückenbeschwerden aufgerufen.

Mischo

„Verspannungen und Bewegungsmangel zählen zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen. Doch auch Entzündungen, Verschleiß oder unfallbedingte Erkrankungen können große Probleme bereiten“, erklärt Dr. Markus Mischo, Fachbereichsleiter für Wirbelsäulenchirurgie am St. Agnes-Hospital Bocholt. Der Mediziner rät zu Bewegung, Kräftigungs- und Entspannungsübungen: „Hiermit können häufig schon enorme Fortschritte erzielt werden. Denn generell gilt: Erst wenn alle nicht-operativen und ambulanten Methoden ausgeschöpft sind, kommt eine operative Behandlung in Betracht.“

Rückenschmerzen können meist sehr gut behandelt werden, allerdings existiere kein Wundermittel. „Bei Rückenschmerzen gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten“, so Dr. Mischo. Meist fange man mit den konservativen, sanften Behandlungsmethoden an, also Massage, Wärme, Rückenübungen oder Schmerzmittel. „Hier braucht man vor allem eins: Geduld,“ so der Mediziner weiter. Im nächsten Schritt könne eine Spritze in den Muskel oder neben den eingeklemmten Nerv gegeben werden. Der letzte Schritt stelle die Möglichkeit einer Operation, wie z.B. bei einem Bandscheibenvorfall, dar.

Wenn die Rückenschmerzen nicht behandelt werden, dann verschwinden sie oft von alleine wieder, beruhigt der Rückenexperte, denn die meisten muskulärbedingten Rückenschmerzen blieben nicht länger als 6 Wochen. „Die Heilung verläuft natürlich schneller, wenn der Patient selbst aktiv mitarbeitet und etwas für seinen Rücken tut – vor allem ist es dann wahrscheinlicher, dass die Schmerzen auch nicht wieder kommen.“

 

Zum Archiv