Notfall

In guten Händen: Magen- und Darmspiegelung

Hier finden Patienten, die sich dazu entschieden haben eine Magen- oder Darmspiegelung unter ambulanten Bedingungen durchführen zu lassen, Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was passiert bei einer Magen- oder Darmspiegelung?

Im Fall, dass bei Ihnen eine Darmspiegelung vorgenommen werden soll, melden Sie sich am Untersuchungstag bitte um 07:00 Uhr auf der ambulanten Station des Krankenhauses. Dort werden Sie von einer unserer Pflegekräfte begrüßt. Sie bekommen einen Bettenplatz zugeteilt und setzen dort die von Ihnen am Vortag begonnenen Abführmaßnahmen fort. Hierzu steht Ihnen eine Toilette direkt am Patientenzimmer zur Verfügung.

Im Weiteren ziehen Sie sich dann bitte um. Entsprechende Kleidung inkl. einer speziellen Untersuchungshose, die Ihre Intimsphäre wahrt, erhalten Sie von der Pflegekraft. Ein Schrank, inkl. eines abschließbaren Faches für Wertsachen, findet sich direkt neben ihrem Bett. Nach Abschluß der Abführmaßnahmen werden Sie von der Pflegekraft mit Bett in die Endoskopieabteilung gefahren. Wir bitten Sie, Schmuck und Wertgegenstände auf dem Zimmer (im Schließfach) zu belassen. Am besten aber lassen Sie jedoch diese Dinge bereits zu Hause.

Im Falle, dass bei Ihnen eine Magenspiegelung vorgenommen werden soll, melden Sie sich bitte zwischen 08:00 Uhr und 09:00 Uhr in der Endoskopieabteilung (1. Etage) des Hauses. Unsere Pflegekräfte werden Sie dort empfangen und ihnen den weiteren, auch zeitlichen, Ablauf erklären. Im Untersuchungsraum angekommen, wird Ihnen zunächst ein venöser Zugang gelegt. Das ist eine kleine Kanüle, über die ihnen ein Medikament zum Schlafen gegeben werden kann. Dies natürlich nur, wenn Sie es wünschen. Grundsätzlich aber ist die Untersuchung für Sie angenehmer, wenn Sie sie „verschlafen“. Bei Fragen oder Unklarheiten zögern Sie bitte nicht, uns anzusprechen. Hierzu dient dann u.a. auch das Aufklärungsgespräch mit dem Arzt.

Anschließend wird Ihnen eine Blutdruckmanschette und ein Fingerclip zur Überwachung von Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung angelegt. So können wir während der Untersuchung Ihren Kreislauf und Ihre Atmung optimal überwachen. Sie bekommen außerdem noch ein kleines „Sauerstoffschwämmchen“ (Sonde) in die Nase, über die Ihnen Sauerstoff zugeführt wird. Die Sonde kann dazu führen, dass die Nase nach der Untersuchung ein wenig kribbelt.

Vor einer Magenspiegelung müssen Prothesen, Brücken o.ä. herausgenommen werden. Sie werden von der Pflegekraft entgegengenommen und ihnen nach der Untersuchung wieder ausgehändigt. Zusätzlich bekommen sie einen kleinen „Beißring“ in den Mund gelegt. Das ist eine kleine Plastikhülse, die Sie zwischen die Zähne/Kiefer nehmen, damit Sie während der Untersuchung nicht auf das Endoskop beißen. Nachdem der Arzt nun mit Ihnen gesprochen hat, kann die Untersuchung beginnen. Sie bekommen dann das Medikament zum Schlafen verabreicht und schlafen sehr schnell ein. Während der Untersuchung wird ihr Kreislauf und Ihre Atmung kontinuierlich überwacht. Das Medikament zum Schlafen wird Ihnen nur in ganz geringer Dosis verabreicht, so dass Sie zwar schlafen bzw. die Untersuchung nicht spüren, andererseits zum Ende der Untersuchung aber bereits wieder wach sind. Sie werden dann in unseren Aufwachraum innerhalb der Endoskopie gebracht, wo Sie sich erholen und wieder ganz wach werden können. Ihr Kreislauf und ihre Atmung werden hier weiterhin überwacht.

Nach einer Magenspiegelung lassen Sie sich dann bitte 1 Stunde nach der Untersuchung aus der endoskopischen Abteilung von Angehörigen abholen. Patienten nach einer Darmspiegelung werden, wenn sie wieder ganz wach sind, auf die ambulante Station gebracht, wo sie sich weiter erholen können. Im Regelfall können sie sich dort 2 Stunden nach Ende der Untersuchung abholen lassen. Die Kanüle aus der Vene wird zuvor wieder entfernt. Verlassen Sie bitte in keinem Fall alleine das Haus!

Ein Befundbereicht, der detailliert das Ergebnis der Untersuchung wiedergibt, wird Ihnen für ihren Hausarzt mitgegeben. Sollten Proben entnommen worden sein, so erhält Ihr Hausarzt innerhalb weniger Tage einen schriftlichen Befund mit ggf. einer zusätzlichen Therapieempfehlung.

Die häufigsten Fragen bei einer Magen- oder Darmspiegelung

Habe ich vorher noch einmal Zeit zur Toilette zu gehen?

Sowohl auf der ambulanten Station, als auch im Untersuchungsraum findet sich eine Toilette, die Sie bis unmittelbar vor der Untersuchung noch aufsuchen können.

Was ist, wenn bei der Darmspiegelung doch noch etwas Darmflüssigkeit nachkommt?

Den Darm bekommt man trotz bester Vorbereitung nicht trocken. Die restliche Flüssigkeit wird mit dem Endoskop abgesaugt. Das braucht Ihnen nicht unangenehm zu sein.

Wird meine Intimsphäre gewahrt?

Sie bekommen zur Darmspiegelung eine spezielle Untersuchungshose, so dass sie während der Untersuchung nicht mit dem nackten Gesäß dort liegen.

Können fremde Leute in den Untersuchungsraum kommen?

Niemand außer Arzt und Pflegekraft kommt in den Untersuchungsraum.

Wo lasse ich meine Wertgegenstände?

Auf der ambulanten Station findet sich am Bettenplatz ein Schrank mit Schließfach. Wenn Sie zu einer Magenspiegelung direkt zur Endoskopie kommen, geben Sie die Sachen der Pflegekraft, die sie Ihnen nach der Untersuchung umgehend wieder aushändigt. Am besten aber lassen Sie Wertegegenstände zu Hause.

Was passiert mit meiner Brille und meiner Prothese?

Beides geben Sie vor der Untersuchung der Pflegekraft. Sie erhalten beides nach der Untersuchung umgehend zurück.

Werde ich bei der Untersuchung schlafen?

Es wird Ihnen eine „Schlummerspritze“ angeboten. Sie „verschlafen“ dadurch die Untersuchung, so dass Sie nichts mitbekommen. Nach der Untersuchung sind Sie dann schnell wieder wach.

Werde ich Schmerzen haben?

Wenn Sie schlafen, merken Sie von der Untersuchung nichts. Ohne Schlafspritze kann es, je nach Empfindlichkeit, an einigen Stellen etwas unangenehm sein.

Bekomme ich bei der Untersuchung genug Luft?

Während der Untersuchung wird der Kreislauf und der Sauerstoffgehalt im Blut kontinuierlich überwacht. Zudem erhalten Sie für die gesamte Zeit der Untersuchung Sauerstoff über die Nase.

Was ist, wenn ich bei der Magenspiegelung würgen muss?

Wenn Sie während der Untersuchung schlafen, bekommen Sie vom Würgereiz nichts mit. Wenn Sie während der Untersuchung wach bleiben möchten, wird zuvor der Rachen mit einem oberflächlichem Betäubungsmittel eingesprüht, so dass die Empfindlichkeit der Rachenwand deutlich herabgesetzt ist.

Werden meine Angehörigen angerufen, um mich abzuholen?

Ja. Das organisiert das Pflegepersonal.

Wie muss ich mich nach der Untersuchung verhalten?

Wenn Sie während der Untersuchung geschlafen haben, dürfen Sie am Untersuchungstag keine Fahrzeuge führen und keine Maschinen bedienen. Essen Sie, sofern erlaubt, nur leicht verdauliches. Vermeiden Sie Blähendes. Trinken Sie keinen Alkohol. Nach der Untersuchung kann der Magen oder der Darm drücken. Das ist noch verbliebene Luft, die während der Untersuchung gegeben wurde. Wenn Sie nach der Entlassung ein wenig spazieren gehen, löst sich die Luft schnell wieder.

Wann kann ich wieder essen und trinken?

Nach der Untersuchung wird Ihnen auf der ambulanten Station, wenn Sie wieder wach sind, Tee/Brühe gereicht. Falls nicht anders verordnet, dürfen Sie dann im Tagensverlauf wieder leichte Kost zu sich nehmen.

Wie lange muss ich nach der Untersuchung im Krankenhaus bleiben?

Im Regelfall bleiben Sie nach einer Magenspiegelung eine, nach einer Darmspiegelung zwei Stunden bei uns. Wenn es ihnen dann gut geht, dürfen Sie in Begleitung gehen. Wenn das Ergebnis oder der Verlauf der Untersuchung es erfordern, kann es im Einzelfall sein, dass wir ihnen empfehlen, stationär in unserem Krankenhaus zu bleiben.

Wann erfahre ich das Ergebnis der Untersuchung?

Sie erhalten sofort einen detaillierten Befundbereicht für den Hausarzt mit. Aus organisatorischen Gründen können wir es aber leider nicht realisieren, dass der Untersucher jeden Patienten regelhaft vor der Entlassung auf der ambulanten Station besucht, um den Befund persönlich zu besprechen. Wurden bei der Untersuchung Proben entnommen, so erhält der Hausarzt binnen weniger Tage den Befund mit evt. zusätzlicher Empfehlung.

Chefarzt
Dr. Ludger Wiemer

Sekretariat: Beate Conrad

Tel.: 02871 20-2951
Fax: 02871 20-2953

Klinik für Gastroenterologie, Onkologie und Palliativmedizin

gastroenterologie@st-agnes-bocholt.de