Notfall

Künstliches Kniegelenk

Mehr noch als die Hüftprothetik ist die Knieprothetik angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Patienten. Leiden die Patienten unter einem irreparablen Knorpelschaden des Kniegelenkes, hilft manchmal nur noch der Einsatz eines künstlichen Gelenkes. Während früher immer das gesamte Gelenk ersetzt wurde, kommen heute sehr individuelle Lösungen bis hin zu sogenannten Miniprothesen in Frage. Auch in der Knieprothetik setzt die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie dabei auf minimalinvasive Verfahren.

Wann ist eine Operation notwendig?

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, ob Sie ein künstliches Kniegelenk benötigen, haben wir hier einen Fragenkatalog für Sie zusammengestellt. Klicken Sie einfach auf den Link und drucken das Dokument aus.

Sie können es dann in Ruhe zu Hause ausfüllen und zu Ihrem Vorstellungstermin mitbringen. Ihre Einschätzungen sind eine wichtige Planungshilfe in unserem Gespräch.

Welcher Prothesentyp für welchen Patienten?

Angefangen bei dem sog. „Arthroresurfacing“, also der Wiederherstellung der Gelenkoberfläche bei umschriebenen Knorpeldefekten über die Schlittenprothese und den Teilersatz des Kniescheibengleitlagers bis hin zum Oberflächenersatz für das ganze Kniegelenk und der gekoppelten Knieprothese bieten wir für jeden Patienten eine maßgeschneiderte, den individuellen Bedürfnissen angepasste Versorgung. Welche Art für Sie die Richtige ist, erläutern wir gerne in einem persönlichen Gespräch.

Hier bereits einige Informationen zu den verschiedenen Varianten:

Arthroresurfacing mittels Hemi CAP® Bei sehr umschriebenen aber tiefen Knorpelschäden kann die Oberfläche mit einem Implantat wiederhergestellt werden, dass wie ein Knopf in den Defekt eingepasst wird und so den Schaden

abdichtet.

Nach der Operation sollten Sie das operierte Knie etwa zwei Wochen nur mit 20 kg belasten. Eine Bewegungseinschränkung ist jedoch nicht zu beachten.

Schlittenprothese „Oxford®“ Fa. Biomet Diese Variante ist geeignet für die nächste Stufe des Kniegelenksverschleißes. Wir setzen sie bei Patienten ein, bei denen lediglich der innere oder äußere Kniegelenkspalt verschlissen ist.

Voraussetzung ist also ein gut erhaltener Knorpel auf der jeweils anderen Knieseite. Darüber hinaus ist eine gute Bandstabilität unbedingte Voraussetzung. Vorteil dieser Methode gegenüber einem kompletten Gelenkersatz ist das erhaltene „Gelenkgefühl“. Die Kinematik (= spezifische Gelenkbeweglichkeit) bleibt erhalten. Oft gelingt es, dass die Patienten einige Zeit nach der Operation nicht mehr spontan angeben können, welche Seite operiert wurde (sog. „forgotten knee“). Da diese Prothese sehr klein und den anatomischen Gegebenheiten angepasst ist, wird sie in minimalinvasiver Technik, also ohne Muskeldurchtrennung, mit einem nur sehr kleinen Hautschnitt implantiert.

Nach der Operation dürfen unsere Patienten noch am OP-Tag aufstehen und z.B. zur Toilette gehen. Dabei dürfen Sie bei der zementierten Variante das operierte Bein voll belasten. Bei der zementfreien Variante empfehlen wir eine vierwöchige Schonung mit 20 kg Teilbelastung. Eine Bewegungslimitierung ist nicht erforderlich.

Teilersatz des Kniescheibengelenkes (Wave®)

Ist lediglich eine sog. Retropatellararthrose, also eine isolierte Kniescheibenarthrose vorhanden, reicht oft eine Überkronung des Gleitlagers und / oder der Kniescheibenrückfläche. Hierbei bleiben der innere und äußere Gelenkspalt von der Prothese unberührt. Auch bei dieser Versorgung dürfen unsere Patienten noch am OP-Tag das operierte Bein voll belasten. Auch bei dieser Versorgungsform ist keine Bewegungslimitierung erforderlich.

Vollständiger Oberflächenersatz (Genesis II®)

Bei dieser Prothesenvariante werden alle Gelenkanteile überkront. Die wichtigsten Bänder des Kniegelenkes werden erhalten und

gewährleisten so die Gelenkführung. Der Knochenverlust ist ähnlich wie bei einer Zahnkrone minimiert. Nach der Operation dürfen Sie noch am OP-Tag aufstehen und z.B. zur Toilette gehen. Dabei dürfen Sie das operierte Bein voll belasten.

Gekoppelte Knieprothese

Diese vor mehr als zehn Jahren noch am häufigsten implantierte Variante wird heute wegen des höheren Knochenverlustes beim Einbau nur noch in Revisionseingriffen oder bei erheblichen Knochendefekten oder Bandschäden verwendet.

Vorstellung, Operation und Nachbehandlung

Ihre Erstvorstellung in unserer Klinik wird oft über Ihren behandelnden Orthopäden, Chirurgen oder über die Hausärztin/den Hausarzt organisiert werden. Sie können auch selber einen Termin in unserer Kniesprechstunde vereinbaren: Tel: 02871-20 2921.

Bringen Sie bitte zu diesem Termin ihre Krankenkassen-Chipkarte, möglichst eine stationäre Einweisung und alle für die OP wichtigen Unterlagen oder Röntgenbilder, MRT/CT-Bilder mit. Nach Untersuchung und Beratung in unserer Kniesprechstunde werden dann ein vorstationärer Termin und ein OP-Termin vereinbart.

Der vorstationäre Termin ist ein ambulanter Termin kurz vor der OP und dient den erforderlichen Voruntersuchungen (Labor, Narkosegespräch, ggf. EKG und Röntgen, nochmalige Besprechung der OP). Sie erhalten außerdem die Möglichkeit, bereits vor der OP mit den Krankengymnasten den Umgang mit Gehstützen zu erlernen. Alle Fragen, die Ihnen noch auf dem Herzen liegen, können Sie spätestens an diesem Tag mit uns klären. Planen Sie für diese Untersuchungen bitte etwa 4 bis 5 Stunden ein. Wenn Sie von weiter her anreisen, können Sie auch bereits an diesem Tage stationär aufgenommen werden. Sprechen Sie uns dazu beim Sprechstundentermin einfach an.

Am OP-Tag kommen Sie dann nüchtern um 7.00 Uhr Morgens auf die Station. Dort werden letzte Vorbereitungen erfolgen.

Nach der OP und der Aufwachphase im Aufwachraum werden Sie in der Regel wieder auf die Station zurück gebracht. Bei Erfordernis verbringen Sie ggf. die erste Nacht zur Überwachung auf der Intensivstation. Der stationäre Aufenthalt dauert in Abhängigkeit von der Art der Prothese 7-10 Tage.

Diese Dauer kann individuell aber stark variieren. Schon am OP-Tag werden Sie in aller Regel das operierte Bein zumindest teilweise belasten können (s.o.) und erlernen mit unseren Physiotherapeuten zusammen das Gehen zunächst an einem hohen Gehwagen, dann an Unterarm-Gehstützen. Eine Knie-Motorschiene erleichtert das Wiedererlangen einer guten Gelenkbeweglichkeit. Wir haben für Sie sowohl Gruppen- als auch Einzeltherapie vorgesehen.

Darüber hinaus sind eine manuelle Lymphdrainage, eine Lymphdrainage durch intermittierende Kompression, Krankengymnastik an Geräten und Motomed-Training (unterstütztes Fahren auf einem Heimtrainer) möglich. Es schließt sich auf Wunsch eine von uns organisierte Reha-Behandlung (ambulant oder stationär) an. In Abhängigkeit von der Zustimmung ihrer Krankenkasse ist der Ort der Reha-Behandlung frei wählbar. Nach der etwa 3 Wochen dauernden Reha werden Sie durch Ihren Orthopäden oder Chirurgen oder Ihre Hausärztin / Ihren Hausarzt vor Ort weiter betreut.

Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie

Chefarzt Dr. Bernd Hinkenjann

St. Agnes-Hospital Bocholt
Barloer Weg 125
46397 Bocholt

Sekretariat
Christiane Schneider
Tel.: 02871 20-2921
Fax: 02871 20-21 88

Chefarzt
Dr. Bernd Hinkenjann

Sekretariat: Christiane Schneider

Tel.: 02871 20-2921
Fax: 02871 20-2188

Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie

unfallchirurgie@st-agnes-bocholt.de