Notfall

Nah am Menschen – der Pflegedienst

Der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege sind die größte Berufsgruppe im Klinikum Westmünsterland. Täglich setzen sie sich in enger Zusammenarbeit mit allen anderen Berufsgruppen dafür ein, dass jeder Patient umfassend und individuell versorgt wird. Dabei arbeiten die Gesundheits- und Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen nicht nur am Patientenbett. Speziell ausgebildete Schwestern und Pfleger betreuen die Patienten auch in Funktionsbereichen wie beispielsweise auf der Intensivstation oder im Operationssaal.

Neben modernen Behandlungsmethoden sind die persönliche Betreuung und der menschliche Umgang für die Genesung unverzichtbar. Darum bemüht sich das Team der Pflege jeden Tag aufs Neue, den Patienten im St. Marien-Hospital Borken und den weiteren Einrichtungen im Klinikum Westmünsterland den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, damit sie schnell gesund werden.

Pflegeüberleitung

Durch die Mitarbeiter der Pflegeüberleitung werden die Patienten und deren Angehörige über ambulante Versorgungs-, und Weiterbehandlungsmöglichkeiten informiert.

Dazu gehören auch das Stellen von Pflegeanträgen, Hilfsmittelberatung und Bestellung, Vermittlung eines Pflegedienstes sowie die Beratung bezüglich aller externen Hilfsangebotewie z.B. Essen auf Rädern, Notrufsysteme etc.

Kontaktdaten:
Tel.: 02861 97 3320

Pflegewerkstatt / Familiale Pflege

Wenn Sie zu Hause Unterstützung benötigen, können Ihre Angehörigen sich durch die Mitarbeiter der Pflegewerkstatt / Familiale Pflege schulen lassen. Die Familiale Pflege dient der Begleitung und Kompetenzförderung von pflegenden Ehepartnern und Angehörigen im Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Versorgung. Die Mitarbeiter der Pflegewerkstatt / Familialen Pflege arbeiten in enger Kooperation mit den Mitarbeitern der Pflegeüberleitung zusammen.

  • Fragen Sie sich, wie Sie und Ihr krank gewordenes Familienmitglied mit der Krankheit in der häuslichen Umgebung zurecht kommen werden?
  • Haben Sie ganz praktische Fragen zum Umgang mit Ihrer Krankheit oder zum Umgang mit einer plötzlich aufgetretenen körperlichen Einschränkung?
  • Pflegen Sie bereits ein Familienmitglied oder eine Bezugsperson und möchten Sie Pflegefertigkeiten erlernen, die sie in der häuslichen Pflege unterstützen?

Dann sind Sie in der Pflegewerkstatt herzlich willkommen. Wir informieren, schulen und beraten Sie zu Gesundheits- und Krankheitsfragen aller Art. Unser Angebot geht bei Bedarf auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus, das bedeutet, wir unterstützen Sie auch nach der Entlassung in Ihrer häuslichen Umgebung.

Kontakt über die Pflegeüberleitung
Tel.: 02861 97-3320

Übergabe mit dem Patienten am Bett

Die pflegerische Übergabe wird mit den Patienten im Zimmer durchgeführt. Die Übergabe findet von den Pflegenden aus dem Frühdienst an die Pflegenden des Spätdienstes statt. Die Patienten lernen die zuständigen Mitarbieterinnen kennen und können ihre Anliegen direkt besprechen. Die Grundlage sind alle pflegerelevanten Themen, die im Rahmen des Pflegeprozesses wichtig sind. Die Patienten werden in das weitere Vorgehen einbezogen. Dadurch bleiben sie selbstbestimmt und eigenverantwortlich.

Auf ausdrücklichen Wunsch können die Angehörigen der Patienten integriert werden. So können alle wichtigen Themen auch für die weitere häusliche Versorgung angesprochen werden. Sollte es notwendig sein, können auch in diesem Zusammenhang weitere Experten hinzugezogen werden, wie beispielsweise die Experten für Ernährung oder die Experten für Patienten mit chronischen Wunden.

In Absprache mit den Patienten findet die Übergabe am Bett nur bei aktuellen Problemen und Veränderungen statt. Der Grundsatz lautet, dass die Wünsche der Patienten berücksichtigt werden sollen, z.B. die Einhaltung der Mittagsruhe.

Den Hinweis auf diese Art der Übergabe erhalten die Patienten bereits im Aufnahmegespräch. Die Übergabe am Bett erfolgt nur mit ausdrücklicher Zustimmung.

 

Versorgung chronischer Wunden

Die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden stellt ein ernsthaftes medizinisches Problem dar. Dabei handelt es sich um schlecht. bzw. nicht heilende Wunden. Aus dieser Erkenntnis resultierte die Notwendigkeit, ein sektoren- und berufsgruppenübergreifendes Programm zu entwickeln, das in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Therapie sowie die Nachsorge betroffener Menschen mit chronischen Wunden nachhaltig wirkt. Zwei Krankenschwestern wurden deshalb zu Case-Managerinnen mit dem Schwerpunkt „Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden“ ausgebildet.

Sterbebegleitung

Sterbebegleitung ist ein elementares Angebot der Pflege und wird von ihr als Kernaufgabe gesehen. Zusätzlich begleiten auf Wunsch ehrenamtliche Mitarbeiter der hiesigen ambulanten Hospizdienste die Patienten und ihre Angehörigen – wenn gewünscht und nötig auch über den stationären Aufenthalt hinaus.

Zusätzlich steht über eine Rufbereitschaft der Krankenhausseelsorger oder ein örtlicher Priester zur Spendung der Krankensalbung sowie das klinische Ethikkomitee bereit.

Pflegetherapeutische Konzepte
  • Basale Stimulation
    Die Basale Stimulation in der Pflege ist ein Wahrnehmungsförderungskonzept, das insbesondere bei schwer erkrankten Patienten eingesetzt wird. Speziell qualifiziertes Pflegepersonal geht mit einer hohen Sensibilität auf die Bedürfnisse und die Wahrnehmungsfähigkeiten der Patienten ein. Patienten und / oder Angehörige werden durch biographisches Arbeiten integriert.  225 Mitarbeiter aus dem pflegerischen Bereich sind mit dem Konzept vertraut.
  • Integrative Validation
    Die Betreuung und Begleitung dementiell erkrankter Menschen gehört zu den schwierigsten und anspruchsvollsten Aufgaben der Pflege. Mitarbeiter der Pflege im Krankenhaus werden entsprechend geschult, damit sie sich auf die Patienten besser einstellen können. Das Konzept „Integrative Validation“ ist für die Pflege von dementiell veränderten Menschen äußerst hilfreich. Es bedeutet, den Betreffenden verbal wie nonverbal dort aufzusuchen, wo er sich befindet.
  • Kinästhetics
    Kinästhetics ist ein Wahrnehmungskonzept. Hier steht die Bewegungskompetenz der Patienten und der Pflegenden im Vordergrund. Es führt zu einer erhöhten Achtsamkeit für die Qualitäten und Unterschiede der eigenen Bewegung in allen alltäglichen Aktivitäten. Mit diesem Konzept ist es möglich, in die Bewegungsabläufe größtmögliche Sicherheit zu vermitteln. Für die Patienten bedeutet es Gesundheitsförderung und Ressourcenorientierung. Anwender können damit rückenschonend arbeiten.
  • Bobath Therapie
    Das Bobath-Konzept stellt eines der erfolgreichsten ganzheitlichen Behandlungskonzepte für Patienten mit einer vollständigen Lähmung einer Körperseite dar. Es ist auf die ganzheitliche Rehabilitation der Patienten ausgerichtet, wobei im therapeutischen Team systematisch die verlorenen Bewegungen geübt und normale Bewegungen verbessert werden sollen. Die Pflege nach dem Bobath-Konzept soll dabei unterstützen, den Muskeltonus zu beeinflussen und die Bewegungsfähigkeit anzubahnen. Mitarbeiter der Physikalischen Abteilung verfügen über die Ausbildung zur Bobath-Therapie. Darüber hinaus sind zahlreiche Mitarbeiter aus dem Pflegerischen Bereich in dem Konzept geschult.
Pflegestandards

Pflegestandards sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Strukturqualität, die den Handlungsrahmen der pflegerischen Tätigkeiten definieren und beschreiben helfen. Wir haben für alle Tätigkeiten, die für die pflegerische Versorgung, Anleitung und Begleitung notwendig sind Standards definiert. Die Standards sind unterteilt in grundpflegerische, behandlungsspezifische und krankheitsspezifische Tätigkeiten. Die beschriebenen Leistungen erfolgen nach den neusten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen und beinhalten auch die Expertenstandards. Unsere Standards werden jährlich überprüft und ergänzt. Die Umsetzung der Standards erfolgt im Rahmen des Pflegeprozesses und sie werden individuell auf die Bedürfnisse der PatientInnen angepasst.

 

Pflegerische Leitgedanken

Grundposition unserer pflegerischen Verantwortung

Unser pflegerisches Handeln wird gelenkt über christliche Werte wie Toleranz, Humanität, Hilfsbereitschaft und Verständnis. Auf der Grundlage des Grundgesetzes unserer demokratischen Gesellschaft, im Besonderen die Artikel 1 – 4 welche u.a. die Achtung der Menschenwürde unterstreichen, leitet sich unser gesellschaftlicher Auftrag von Pflege ab und bestimmt unsere Verhaltensweisen. Diese Werte gilt es in der Öffentlichkeit für alle Menschen zu vertreten, insbesondere für Minderheiten, die aufgrund einer anderen Kulturzugehörigkeit, anderen religiösen Vorstellungen oder aufgrund ihrer Bildung und Leistung Repressalien ausgesetzt sind.

Verständnis vom Menschen

Jeder Mensch ist ein von Gott angenommenes Individuum, welches seine persönlichen Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken am besten kennt und sich selbstbestimmt äußert. Jeder Mensch lebt eigenverantwortlich in einem Geflecht gesellschaftlicher Beziehungen, Normen und Werten und setzt sich mit seiner individuellen Persönlichkeit und Lebensgeschichte damit auseinander und definiert für sich seine Lebensqualität. Ist ein Mensch dazu nicht in der Lage, benötigt er die Unterstützung seiner Bezugsperson. Jeder Mensch ist eine Einheit aus leiblichen, geistigen, seelischen, religiösen und sozialen Bezügen und besitzt eine eigene Lebenswirklichkeit und -erfahrung und wird somit zu einem einmaligen Geschöpf. Durch diese Einmaligkeit hat jeder Mensch Vorrang vor Sachen, Institutionen sowie wirtschaftlichen Zielen und Interessen.

Verständnis von Pflege

Der Kern unserer pflegerischen Arbeit liegt in dem Aufbau einer Beziehung zwischen dem Pflegenden und dem zu Pflegenden. Diese Wechselbeziehung lebt aus gegenseitiger Wahrnehmung, Wertschätzung und Akzeptanz, und schließt neben dem psychosozialen Umfeld des zu Pflegenden auch die anderen Faktoren, die das Wohlbefinden beeinträchtigen, mit ein.

Unter Berücksichtigung der eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Handlungsspielräume bestimmen die Interaktionspartner die Intensität ihrer pflegerischen Beziehung. Pflege geht von einem individuell unterschiedlichen Erleben von Gesundsein, Kranksein, Lebensqualität und Sterben aus und respektiert das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen. Pflege steuert in Kooperation mit dem zu Pflegenden eine gemeinsame Zielsetzung bezüglich des subjektiven Wohlergehens des Betreffenden an über das Instrument der Pflegeplanung. Hier sind Hilfestellungen im beratenden, präventiven, unterstützenden, lenkenden und fördernden Bereich anzusehen. Die Pflegenden sind mitverantwortlich für den Aufbau einer Atmosphäre des Vertrauens als Grundlage zur Schaffung eines Milieus, welches die aktive Auseinandersetzung des Patienten mit seinem Krankwerden, -sein, -bleiben, Gesundwerden, -bleiben und Sterben fördert. Um dieses zu erreichen ist eine enge Kooperation im therapeutischen Team unabdinglich, wobei die Pflege eine eigene Position bezieht, ihre pflegerische Arbeit deutlich macht und eigenverantwortlich handelt. Hierzu ist es notwendig, dass Pflege eine erlernbare Qualifikation ist, deren Inhalte sich am Erreichen folgender Schlüsselqualifikationen messen lässt.

Schlüsselqualifikationen für Pflegende in unserer Einrichtung

  1. Reflexionsfähigkeit meines fachlichen Handelns, meiner Einstellungen und Werte
  2. Übernahme von Verantwortlichkeiten auf der Grundlage von fundiertem Fachwissen in Bezug auf die pflegerischen Handlungen, organisatorischen Notwendigkeiten, Anleitung von neuen Mitarbeitern und Schülern
  3. Kooperationsfähigkeit im therapeutischen Team
  4. rationale Diskursfähigkeit mit der Fertigkeit der sachlichen, gleichberechtigten Auseinandersetzung inner- und außerhalb der Institution
  5. Kommunikationsfähigkeit auf der Basis von Wertschätzung, Akzeptanz, Kongruenz und Echtheit in der Beziehung
  6. Berufspolitische Bildung und Engagement zur Weiterentwicklung der Pflege zu einer eigenständigen Profession, mit der Möglichkeit der Einflussnahme in der Berufs-, Gesundheits- und Sozialpolitik
  7. Bereitschaft zur persönlichen Fort- und Weiterbildung mit dem Ziel der beruflich-fachlichen Weiterqualifizierung zur Sicherung und Steigerung der Qualität in der Pflege und der Weiterentwicklung der eigenen Sozialkompetenz.

Interesse an einem Praktikum?

Wenn Sie Interesse an einem Praktikum in der Pflege haben, finden Sie alle Informationen sowie ein Anmeldeformular in der Rubrik Karriere/Pflegepraktikum. Für weiterführende Fragen steht Ihnen die Pflegedirektion gerne zur Verfügung.

Kontakt

Pflegedirektion

Elisabeth Rößmann
Pflegedirektorin

St. Marien-Hospital Borken
Am Boltenhof 7
46325 Borken

Sekretariat:
Hannelore Langenhorst
Tel.: 02861 97-1168
Fax: 02861 97-51127

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