„Flügellahm? Wie Schulterbeschwerden richtig behandelt werden“

Bocholt. Sie ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers: die Schulter. Als Kugelgelenk ermöglicht es Bewegungen des Armes in allen drei Ebenen und Achsen: So können wir die Arme in drei Richtungen abspreizen, in zwei Richtungen anwinkeln sowie nach oben strecken und rotieren – so zumindest die Theorie. Denn die Schulter ist auch unser anfälligstes Gelenk. Jeder zehnte Mensch leidet unter Schmerzen in der Schulter, welche nicht selten die Beweglichkeit stark einschränken. Häufig steckt das sogenannte Schulterengpass-Syndrom (Impingementsyndrom) hinter den Schmerzen, aber auch Verschleiß und Verletzungen können Auslöser der Probleme sein. Wie man Schulterbeschwerden vorgebeugt und erfolgreich behandelt , darüber informieren im Rahmen der nächsten Abendsprechstunde am 11. Oktober im Euregio Gymnasium in Bocholt Dr. Bernd Hinkenjann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie und Oberarzt der Klinik Dr. Stephan Graz. Beginn der Veranstaltung ist um 19:30 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.

„Wichtig ist, die Schmerzen ernst zu nehmen und der Ursache auf den Grund zu gehen. Denn mit einer konsequenten und gut geplanten Behandlung ist sehr häufig eine wesentliche Verbesserung zu erzielen. Viele Patienten werden auch völlig beschwerdefrei“, erklärt Dr. Bernd Hinkenjann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie, im St. Agnes-Hospital. Die Klinik ist „Excellenz-Zentrum“ für inverse Schulterprothesen und bietet deutschlandweit Ärzten Hospitationen an, um Operati­onsmethoden zu erlernen. Allerdings, so betont Dr. Hinkenjann, ist eine Operation nicht immer nötig: „Schmerzen in der Schulter können häufig bereits durch Kran­kengymnastik, Physiotherapie oder auch lokalen Injektionen, sogenannte konservative Behandlungsmethoden, gelindert werden.“

Bei Beschwerden versuchen die Ärzte der Klinik, die Ursache für Schulterschmerzen mit Bewegungstests und gegebenenfalls bildgebenden Verfahren herauszufinden, um gezielt behandeln zu können. „Häufige Ursache für Schulterschmerzen ist eine verengte Schulter“, erklärt Dr. Stephan Graz, Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie. Patienten berichten im Frühstadium von einem akut einsetzenden Schmerz, der in Ruhe auftritt und sich unter Belastung (besonders bei Tätigkeiten über dem Kopf) verstärkt. Der Griff in den Hängeschrank zu den Kaffeetassen fällt schwer. Der Schmerz wird als tief im Gelenk liegend beschrieben und verstärkt sich oftmals in der Nacht, so dass das Liegen auf der betroffenen Seite kaum mehr möglich ist. Aber auch Verletzungen und Verschleiß können hinter den Beschwerden stecken.

In der Behandlung können Spritzen eingesetzt werden, um die Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Physiotherapie hilft das Gelenk langsam zu trainieren, ohne es zu überlasten. Hier arbeitet die Klinik  insbesondere eng mit den Physiotherapeuten des Gesundheitszentrums Westmünsterland zusammen. Auch wenn eine Operation der Schulter nötig, eventuell sogar ein künstliches Gelenk die Lösung ist, ist eine intensive Physiotherapie in der Vor- und Nachsorge wichtig für den Behandlungserfolg.

 

Wann
11. Oktober 2017 um 19:30 Uhr

Veranstaltungsadresse
Euregio-Gymnasium
Unter den Eichen 6
46397 Bocholt

 

 

 

 

 

 

 

 

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