Grippewelle nimmt wieder Fahrt auf

Borken. Winterzeit ist Virenzeit – nach Angabgen des Robert-Koch-Instituts hat in Deutschland die Grippesaison begonnen. Auch in den Krankenhäusern des Klinikums Westmünsterland werden gerade wieder verstärkt Patienten mit Influenza und Erkrankungen der oberen Atemwege behandelt. Allerdings scheint die Grippewelle noch nicht die Ausmaße aus der Saison 2016/2017 zu erreichen, in der die Grippewelle in Deutschland besonders heftig ausfiel: In etwa 3,4 Millionen Fällen waren Menschen aufgrund einer Influenza zeitweise arbeitsunfähig. Circa 30.000 Patienten mussten aufgrund eines besonders schweren Verlaufs sogar ins Krankenhaus.

Wer bis jetzt noch nicht betroffen ist, sollte dennoch aufpassen. Die Erreger finden sich fast überall – auf Türklinken, Computertastaturen und besonders gern auf dem Display des Smartphones. Auch in Bussen und Bahnen übertragen sie sich rasant, denn größere Menschenansammlungen steigern die Ansteckungsgefahr erheblich. Wer jetzt besonders auf sich Acht geben und sich gegen Grippe schützen sollte, weiß Dr. Rüdiger Krause, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am St. Marien-Hospital Borken. „Ältere und chronisch kranke Menschen haben ein vielfach höheres Risiko, dass eine Infektion mit Influenzaviren schwer verläuft und es zu Komplikationen kommt,“ erklärt Dr. Krause. Für diese Gruppe empfiehlt der Chefarzt deshalb unbedingt eine Grippeschutzimpfung: „Zudem sollten alle geimpft sein, die Kontakt zu solchen Risikogruppen haben. Das gilt natürlich auch für unsere Mitarbeiter, für die wir seit vielen Jahren eine Impfung durch den Betriebsarzt anbieten.“ Auch wenn die beste Zeit für eine Grippeimpfung im Herbst und damit bereits vorbei ist, sei für die genannten Risikogruppen auch eine spätere Impfung noch sinnvoll, so Krause. Der Höhepunkt der Grippewelle falle häufig in die Karnevalszeit – hierfür sei auch jetzt noch ausreichend Zeit, um einen Impfschutz aufzubauen. „Das Risiko einer Influenzaerkrankung sollten nicht nur bei älteren Menschen immer ernst genommen werden“, betont Dr. Krause. Meist beginnt die „echte“ Grippe im Unterschied zum grippalen Infekt schlagartig mit Schüttelfrost und einem starken Krankheitsgefühl, dann folgen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Halsschmerzen. „Bei diesen Symptomen sollte sich der Erkrankte an seinen Hausarzt wenden“, rät der Experte. Da die Krankheit das Immunsystem schwächt, kann es vor allem bei alten und kranken Menschen zusätzlich zu nachfolgenden  bakteriellen Infektionen kommen. Wer die Grippe verschleppt,
kann möglicherweise lebensgefährliche Herzmuskel-, Gehirn- oder Lungenentzündungen davontragen. Umso wichtiger ist es, sich voll auszukurieren. Erkrankte sollten Bettruhe wahren, bis die Beschwerden abklingen, und viel trinken.

Pressefoto: Dr. Rüdiger Krause, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am St. Marien-Hospital Borken.

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