Internationale (Ko)Operation

Erfolgreiche Implantation von innovativer Schulterprothese

Bocholt/Reading. Ständige Schmerzen waren der Alltagsbegleiter von Ursula Visitin. Ihrem Hobby, dem Golf spielen konnte sie nicht mehr nachgehen, selbst das Radfahren fiel ihr schwer. Die Diagnose: Arthrose im Schultergelenk sowie irreparable Sehnenabrisse. Nach Beratungsgesprächen in verschiedenen Kliniken entschied sie sich, sich für eine Operation durch Dr. Bernd Hinkenjann. Der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im St. Agnes-Hospital setzte bei der Bocholterin eine ganz besondere Schulterprothese ein – eine sogenannte zement- und schaftfreie inverse Schulterprothese. „Die Prothese ist eine echte Innovation“, sagt Hinkenjann. Der Vorteil liegt im Aufbau des Modells. Die Prothese ist kürzer als die für gewöhnlich in Deutschland implantierten. Dies ermöglicht weitaus weniger Knochenmasse abzutragen. Da sie ohne Schaft auskommt und zementfrei eingesetzt werden kann, ist der operative Eingriff ebenfalls einfacher und kleiner. Auch Patienten, bei denen ein Prothesenwechsel nach einigen Jahren eingeplant werden muss, profitieren hiervon. Dabei ist die schaft- und zementfreie Schulterprothese bereits etabliert. Denn obwohl sie in Deutschland bisher kaum bekannt ist, setzen in England bereits seit zwölf Jahren führende Kliniken erfolgreich auf das Modell. Entwickler ist Prof. Ofer Levy, Leiter der renommierten Reading Shoulder Unit in England (internationales orthopädisches Excellence-Center). Bereits zu Beginn des Jahres hatte Chefarzt Dr. Bernd Hinkenjann Levy in Reading besucht und gemeinsam mit ihm operiert. Nun war Levy zu Gast im Bocholter Krankenhaus, tauschte sich hier mit Ärzten und Pflegekräften aus und beobachtete den Einsatz der Schulterprothese im OP – unter anderem bei Ursula Visitin. Eine Woche nach der Operation ist die Bocholterin guter Dinge, dass es mit dem Golf spielen bald wieder klappt. „Meine Bewegungsfähigkeit ist schon größer als vor der Operation. Und es wird jeden Tag ein bißchen besser“, sagt sie und lächelt.

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