KINDER UND SENIOREN BESONDERS GEFÄHRDET

Bocholt. Bereits die Polizei im Kreis Borken hatte zu mehr Vorsicht aufgerufen. In den ersten neun Monaten in diesem Jahr hat es mehr Fahrradunfälle gegeben als im gesamten
Jahr 2016. Nun warnt auch das Klinikum Westmünsterland: Fahrradfahrer und Fußgänger müssen sich besser schützen. Die Zahl der zu behandelnden Unfallpatienten steigt in der dunklen Jahreszeit deutlich. In manchen Wochen, je nach Witterungsverhältnissen, sind doppelt so viele Patienten in der Klinik für Unfallchirurgie zu behandeln als gewöhnlich. Besonders tragisch: meist trifft es Kinder und Senioren.

Dr. Bernd Hinkenjann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie im St. Agnes-Hospital sieht sowohl die unzureichende Beleuchtung am Rad und dunkle Kleidung ohne Reflektoren als Ursache. „Schulkinder verunfallen, weil Sie die Gefahr unterschätzen. Ältere Menschen nicht selten, weil sie einer Linsentrübung mit Blendungsgefahr leiden.“, erklärt der Chefarzt und führt fort:

„Leider sehen wir bei Kindern oft schwere Verletzungen wie ein Schädel-Hirn-Trauma.
Ältere Menschen erleiden meist Handgelenks-, Schulter-, und Hüftfrakturen. “ So ist nicht nur die Schwere der Verletzung bei jungen Menschen erschreckend, gerade Senioren, die bereits unter Vorerkrankungen leiden, kommen nach einem Unfall nur schwer wieder auf die Beine. Häufig verschlechtert der Unfall die komplette Gesundheitssituation, da Bewegung vermieden wird und das Herz-Kreislauf-System nicht mehr ausreichend gefordert wird. Deshalb empfiehlt der Chefarzt, „mehr Licht ins Dunkle zur bringen“. Kleidung sollte hell und dem Wetter entsprechend sein und insbesondere Kinder sollten einen Helm tragen. Außerdem sollte das Fahrrad ausreichend beleuchtet sein.

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