Meilenstein für die Notfallversorgung

Die Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum Westmünsterland und der Feuerwehr in Bocholt ist seit Jahren intensiv. Doch die jetzige gemeinsame Unterzeichnung des Kooperationsvertrages über die praktische Ausbildung von Notfallsanitätern ist ein „Meilenstein“, so Herbert Mäteling, Regionalleiter und Prokurist des St. Agnes-Hospitals Bocholt-Rhede. Gemeinsam mit Werner Lentfort, Regionalleiter des St. Marien-Hospitals Ahaus-Vreden, Alexander Höing, Assistent der Regionalleitung des St. Marien-Hospitals Borken sowie dem Bocholter Bürgermeister Peter Nebelo, dem ersten Stadtrat Thomas Waschki und Thomas Deckers, Leiter der Feuerwehr unterzeichnete Herbert Mäteling den Vertrag, der auf allen Seiten für freudenstrahlende Gesichter sorgte.

Mit dem neuen Berufsbild des Notfallsanitäters, welches 2014 in Kraft getreten ist, ist der Ausbildungsbedarf erheblich gewachsen, betonte auch Thomas Deckers. Daher gründete die Bocholter Feuerwehr vor drei Jahren die FRB, eine echte Berufsfachschule für den Rettungsdienst. Mittlerweile ist Bocholt entscheidender Ausbildungsstandort für ganz Deutschland. Schüler aus den Kreisen Borken, Wesel sowie aus den Städten Gütersloh, Beckum, Oelde, vom sächsischen Innenministerium, von der TU Berlin und auch von der Werksfeuerwehr von VW kommen Anfragen zur Schulung und Ausbildung. Waren es zu Beginn 13 Auszubildende, stiegen die Zahlen in 2014 schon auf 178, 2015 auf 211 und 2016 auf 260. Hinzu kommen 356 Ehrenamtliche. „Das stärkt auch den Standort Bocholt“, ist sich Deckers sicher.

Der neue Ausbildungsberuf, dessen Lehrzeit drei Jahre umfasst, beinhaltet zusätzliche Kompetenzen, die den Rettungsassistenten nicht gegeben sind. Daher ist auch die praktische Ausbildung im Klinikum Westmünsterland entscheidender Bestandteil der Ausbildung zum Notfallsanitäter. An allen fünf Standorten des Klinikums, in Bocholt, Rhede, Borken, Ahaus und Vreden, durchlaufen die angehenden Notfallsanitäter sechs Bereiche: Pflege, interdisziplinäre Notfallaufnahme, Anästhesie- und OP, Intensivmedizin, Geburtshilfe, Pädiatrie, Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie, Gerontopsychiatrie und Geriatrie. Ein besonderes Konzept, denn so lernen die Schüler die Arbeitsweise im Klinikum und auch deren Mitarbeiter kennen, was später beim Einsatz im Notfall entscheidender Vorteil ist. Schließlich sind Abläufe und Ansprechpartner bereits bekannt. Auf 720 Stunden in der Ausbildungszeit verteilt, werden die Schüler hier von Praxisanleitern geschult.

Der erste Stadtrat Thomas Waschki zeigte sich froh, dass die Stadt Bocholt schon frühzeitig die Entwicklungen vorhergesehen und die FRB gegründet habe, „größere Städte haben jetzt die Probleme, ihre eigenen Leute fortzubilden, um auf den Stand des Notfallsanitäters zu kommen; die Entwicklung hat uns Recht gegeben und gibt uns weiter Recht.“ Dem stimmte Herbert Mäteling zu: „Die hervorragende Zusammenarbeit, die mit dem Vertrag noch einmal besiegelt und auf ein intensiveres Level gehoben wird, sichert die Notfallversorgung für die Menschen in der Region.“

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