Wer krank ist, braucht gesunde Krankenhäuser

Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte die neue schwarz-gelbe Koalition ihren Koalitionsvertrag, in dem es, im letzten Drittel, auch um die Förderung der Krankenhäuser in NRW geht. Am Montag machten die Geschäftsführer der Kliniken im Kreis Borken die Dringlichkeit der Anhebung der Investitionsförderung deutlich. Mit Politikern aus drei Parteien diskutierten sie über die Zukunft der medizinischen und pflegerischen Versorgung in der Region. Den Tenor der Diskussion brachte Ludger Hellmann, Geschäftsführer des Klinikums Westmünsterland auf den Punkt: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!“

Zu den politischen Gästen, die der Einladung der drei Krankenhausträger im Kreis Borken, dem Klinikum Westmünsterland, dem Krankenhaus Maria-Hilf Stadtlohn und dem St. Antonius Krankenhaus Gronau sowie der Krankenhausgesellschaft NRW gefolgt waren, gehörte Landrat Dr. Kai Zwicker, die frisch gewählte Landtagsabgeordnete Heike Wermer, Holger Lordieck, Bundestagskandidat der Grünen, und Dietmar Lütkemeyer, Bundestagskandidat der FDP. Im Gespräch mit den Geschäftsführern des Klinikums Westmünsterland Ludger Hellmann und Christoph Bröcker sowie Ludger Vormann, Geschäftsführer des St. Antonius Hospital Gronau, zeigten alle politischen Vertreter deutliche Bereitschaft, die Krankenhäuser unterstützen zu wollen.

Obwohl der Ministerpräsident noch nicht gewählt und viele Detailfragen im Koalitionsvertrag noch offen seien, würde bereits über die Anhebung der Investitionsförderung diskutiert, „das zeigt den hohen Stellenwert“, sagte Landrat Dr. Kai Zwicker in seinem Impulsreferat zur Bedeutung der Krankenhäuser für den Kreis Borken. Doch noch etwas zeigte den hohen Stellenwert des Themas: Politiker und Klinikums Geschäftsführer diskutierten an diesem Sommernachmittag vor einem großen Publikum – der Sitzungssaal des Kreishauses war mit zirka 70 Gästen gut gefüllt. Moderator Jürgen Zurheide (WDR) freute sich über das rege Interesse und gab in die Runde der zahlreichen Anwesenden Ärzte, Pflegekräfte und weiteren Mitarbeitern der Kliniken: „Nutzt die Öffentlichkeit!“

Vor der rund einstündigen Diskussion hatte Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft NRW, die Ergebnisse der Studie „Investitionsbarometer NRW“ des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) vor. Demnach haben die Krankenhäuser in NRW einen Investitionsbedarf von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Demgegenüber erhalten sie vom Land nur 500 Millionen Euro jährlich. Dadurch habe sich ein Investitionsstau von 12,5 Milliarden Euro gebildet. Für den Kreis Borken zeige die Studie einen Investitionsbedarf von rund 40 Mio. jährlich.

„Was versuchen Sie jetzt?“, fragte Moderator Jürgen Zurheide abschließend Heike Wermer. „Immer wieder nachhaken und nachbohren bei den Kollegen in Düsseldorf“, so die Landtagsabgeordnete. Sie erhoffe, dass eine dynamische Anhebung der Investitionsförderung möglich gemacht werde. In welcher Höhe und in welchem Rahmen ließ die Landtagsabgeordnete offen.

Weitere Informationen zur Studie  „Investitionsbarometer NRW“ gibt es unter:  http://www.gesunde-krankenhaeuser.de/

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