Notfall

Digitale Chirurgie im Klinikum Westmünsterland

Bocholt. Die Vorteile einer digital-assistierten Chirurgie sind leicht zu erklären: Durch eine dreidimensionale Sicht in höchster HD-Qualität, bei guter Ausleuchtung und mit einer bis zu zehnfachen Vergrößerung, sind selbst kleinste Gewebestrukturen inklusive Nerven und Blutgefäßen bis ins Detail darstellbar. Der operierende Arzt hat so optimale Voraussetzungen, um seine Instrumente mit Hilfe von sogenannten Mikromanipulatoren auf engstem Raum sehr präzise zu führen. Die Bewegungen, die damit möglich werden, schafft keine menschliche Hand.

„In verschiedenen Fachdisziplinen können wir Dank des „da Vinci“ ab sofort neue Maßstäbe setzen. Ob Urologie, Gynäkologie oder Viszeralchirurgie – vor allem bei der Entfernung von Tumoren können wir unseren Patienten einen erheblichen Mehrwert gegenüber konventionellen Methoden bieten“, erklärt Privatdozent Dr. Torsten Überrück, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie sowie Leiter des Onkologischen Zentrums Westmünsterland und Projektleiter Digitale Chirurgie im Klinikum Westmünsterland.

Gute operative Ergebnisse lassen sich auch mit minimal-invasiven Verfahren erzielen. Beim Einsatz eines Robotersystems profitiert der Patient darüber hinaus jedoch extrem von der gewebeschonenden Präzision. Blutungen unter der Operation können deutlich besser vermieden werden, Schmerzen nach einer Operation, Infektionen und Wundheilungsstörungen sowie Narbenbildung werden zudem reduziert. „Der Patient ist schneller wieder auf den Beinen und kann früher wieder nach Hause“, so Überrück weiter.

Auch der Operateur profitiert beim Einsatz digital-assistierter Chirurgie. Diese ist eine Weiterentwicklung der traditionellen Laparoskopie (Schlüssellochtechnik), die sich in vielen Einsatzbereichen in den letzten 25 Jahren fest etabliert hat. Bei den neuen digitalen Operationsverfahren werden, genau wie bei der traditionellen Laparoskopie, eine Kamera mit Lichtquelle und miniaturisierte Instrumente über kleine Hautschnitte in die Bauchhöhle eingebracht. Bewegt werden diese durch den Operateur von außen, elektronisch gesteuert von den vier Armen des „da Vinci“, die jede Hand- und Gelenkbewegung des Chirurgen millimetergenau, zitterfrei und in Echtzeit umsetzen. Die Instrumente lassen eine Bewegung in  sieben verschiedenen Freiheitsgraden zu, wodurch sie der menschlichen Hand deutlich überlegen sind.

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