Notfall

Hüft- und Kniegelenkersatz

 

Ein erkranktes oder verschlissenes Hüft- oder Kniegelenk durch ein Kunstgelenk, eine sogenannte Endoprothese, zu ersetzen, ist einer der Schwerpunkte der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Bei den Erstimplantionen, und wenn möglich auch bei einfacheren Wechseloperationen, werden gewebeschonende, minimal-invasive chirurgische Verfahren verwendet. Das hat den großen Vorteil, dass die Patienten schneller wieder an die gewohnte Gelenkfunktion herangeführt werden können.

Die Klinik ist Endoprothetikzentrum nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (www.endocert.de) und betreibt Forschung in der Endoprothetik. Auch ist sie Ausbildungs-Hospitationsklinik für verschiedene Endoprothesenhersteller. Die Klinik ist Mitglied im Endoprothesenregister Deutschland (www.eprd.de) und übermittelt Daten zu den hier durchgeführten Versorgungen an das EPRD.

In erster Linie kommen Hüft- und Kniegelenksprothesen zum Einsatz, die sich über viele Jahre bewährt haben und in internationalen Registern überdurchschnittliche Standzeiten aufweisen.

Wir sind Referenzklinik für die minimal-invasive AMIS-Technik bei der Versorgung mit künstlichen Hüftgelenken. Die Technik erlaubt auch den gleichzeitigen Ersatz beider Hüftgelenke, wenn beide Gelenke schmerzhaft und stark verschlissen sind.

Grundsätzlich können die Operationen bei Voll- oder Teilnarkose durchgeführt werden. Welche Methode sich im konkreten Fall empfiehlt, bespricht die Klinik für Anästhesie vorab mit dem Patienten.

 

Was versteht man unter der AMIS-Technik?

Darunter versteht man den muskelschonensten Ersatz des erkrankten Hüftgelenks zur Schmerzfreiheit und Wiedererlangung der Lebensqualität!

Die Operationstechnik wird minimal-invasiv über einen kurzen vorderen Zugang das künstliche Hüftgelenk eingesetzt. Das Verfahren ist sehr muskelschonende und die Patientinnen und Patienten sind deutlich schneller wieder „auf den Beinen“. Auch werden weniger Schmerzmittel benötigt.

Die Technik erlaubt auch den gleichzeitigen Ersatz beider Hüftgelenke, wenn beide Hüftgelenk schmerzhaft und stark verschlissen sind.

Behandlungsablauf bei der AMIS-Hüftprothese

1. Vorstellung in der Sprechstunde mit Unter­suchung, ggf. Röntgen

2. Terminvereinbarung und Operationsaufklärung

3. Kontaktaufnahme mit dem Sozialdienst zur ­Einleitung einer Anschlußheilbehandlung

4. Prästationäre Operationsvorbereitung mit allen erforderlichen Untersuchungen und Narkose­gespräch

5. Eigenständiges Waschen und Nasensalbenanwendung zur Verringerung des Infektionsrisikos

6. Aufnahme am Tag der Operation mit Einsetzen des künstlichen Hüftgelenkes

7. Am Abend der Operation erste Mobilisation im Zimmer und ins Bad

8. Beginn der Krankengymnastik mit Vollbelastung und Koordinationstraining

9. Tägliche Visiten mit erforderlichen Blutwertkontrollen, Röntgenkontrolle am 5. Tag

10. Entlassung am 6. Tag nach Hause oder in die Anschlußheilbehandlung

In Ausnahmen sind Abweichungen möglich.

Individuelle Operation

Auch wenn die Operation sehr standardisiert und somit zügig erfolgt, sind wir immer bestrebt, Ihre natürliche Gelenkgeometrie wieder herzustellen. Hierzu gehört die Muskelspannung, die Beinlänge und die Platzierung der Prothesenteile – dies erfolgt immer unter Röntgenkontrolle, um einen bestmöglichen Sitz zu erreichen.

Die Technik erlaubt auch den gleichzeitigen Ersatz beider Hüftgelenke, wenn beide Hüftgelenk schmerzhaft und stark verschlissen sind! Sie sparen sich eine Operation und eine Nachbehandlung.

Präoperative Planung

Die Operation beginnt für den Chirurgen bereits mit der Untersuchung des Patienten. Die Röntgenaufnahme dient zur Planung der richtigen Prothese, der Größe sowie der anatomischen Gegebenheiten.Ebenso erfolgen auch nach der Operation Röntgenkontrollen. Zusätzlich empfehlen wir diese nach 6 Wochen sowie 6 Monaten zur wiederholen. Auch wenn keine Beschwerden vorliegen empfehlen wir den „Prothesen-TÜV“. Eine Überprüfung alle zwei Jahre, damit Sie Ihrem Hüftgelenk eine möglichst lange Haltbarkeit von 20 Jahren und mehr ermöglichen.

Die operative Versorgung kann sowohl in Voll- als auch Rückenmarknarkose durchgeführt werden. Im Rahmen der Narkose wird, falls möglich, auch ein Medikament zur Blutstillung verabreicht. Zur zusätzlichen Schmerzbehandlung wird während der Operation ein langwirksames Schmerzmittel in das Gewebe um das neue Hüftgelenk gespritzt. Nach der Operation ist die Einnahme von Schmerzmitteln für 14 Tage zu empfehlen, da diese auch abschwellend wirken. Eine Schwellung des operierten Beins ist für die erste Zeit nach der Operation typisch und geht in der Regel selbständig zurück. Für die Dauer von 28 bis 35 Tagen ist eine medikamentöse Thrombose­prophylaxe erforderlich. Die wichtigste Vorbeugung ist jedoch die schnelle Mobilisation, daher werden bereits am Tag der Operation die ersten Schritte im Zimmer und Bad durchgeführt.

Nachbehandlung

Es ist von Beginn an erlaubt, dass operierte Hüftgelenk und Bein voll zu belasten; nur in wenigen Ausnahmen erfolgt die Teilbelastung an Unterarm-Gehstützen. Die Dauer der Nutzung der Stützen ist nicht fest vorgegeben. Sie als Patient entscheiden im Rahmen Ihres Sicherheitsgefühls über die Dauer der Anwendung.

Sie dürfen vom Operationstag auf der Seite liegen, sowohl auch der gesunden als auch auf der operierten Seite. Es ist kein Kissen zwischen den Beinen erforderlich.

Für 6 Wochen nach der Operation sollten Sie folgende Bewegungen vermeiden:

  • Drehung des Körpers im Gesamten, d.h. den Oberkörper nicht zu den Beinen verdrehen.
  • Nicht die Beine Übereinander schlagen.
  • Den Körper nicht überstrecken, z.B. Gardinenaufhängen.
  • Keine tiefe Hocke einnehmen oder tief sitzen – ein normaler Stuhl ist kein Problem.

In der Regel brauchen Sie nach der Operation keine Hilfsmittel für Ihr neues Hüftgelenk.

Chefarzt Dr. Levent Özokyay

Sekretariat:

Miriam Touma

Tel.: 02861 97-2600
Fax: 0286197-52600

Ambulante Untersuchungstermine
Tel.: 02861 97-2758

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

orthopaedie@hospital-borken.de