Notfall

Borkener St. Marien-Hospital feiert 175-jähriges Jubiläum

Borken. Zum feierlichen Jubiläum des Krankenhauses sollte eigentlich ein gebührendes Fest für Mitarbeiter und Besucher veranstaltet werden. Mitten in den Planungen trat dann jedoch eine Pandemie hervor, die alle Ideen für Festlichkeiten und Veranstaltungen im größeren Rahmen zunichtemachte. Getreu dem Motto „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, soll die Jubiläumsfeier des Krankenhauses jedoch nachgeholt werden, wenn es die Corona-Situation wieder zulässt. 

Am 24. August 1845 wurde in der Borkener St.-Remigius-Kirche verlesen: „Künftigen Mittwoch findet die Einweihung des für die Barmherzige Anstalt bestimmten Hauses sowie die Einführung der für hier bestimmten Barmherzigen Schwestern statt.“ Zwei Tage später, gegen Abend, zogen unter anderem zwei Schwestern der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern zu Münster (auch bekannt als Clemensschwestern) und Domkapitular Prof. Dr. Kellermann in die „barmherzige Anstalt“, einem geräumigen Wohnhaus mit der Inschrift „Anno 1631“ im Borkener Bolthof. Fortan gelang in den gutbürgerlichen Räumlichkeiten durch die Finanzierung durch Kollekten und Spenden die Behandlung von bis zu zehn Patienten. Das Fundament, auf dem das heutige St. Marien-Hospital beruht, war somit gelegt. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wuchs das St. Marien-Hospital hinsichtlich der Räumlichkeiten, des medizinischen und pflegerischen Betreuungspersonals und der Aufnahmekapazitäten. Im Jahr 1900 wurden insgesamt 290 Patienten in dem Krankenhaus behandelt – mit den heutzutage rund 14.000 stationären und fast 20.000 ambulanten Patienten noch in keinster Weise zu vergleichen. In den sechziger und siebziger Jahren konnte sich das St. Marien-Hospital unter anderem mit der Errichtung von Kinderstation, Operationsabteilung, Labor und Küche beständig weiter vergrößern. Durch die Installation eines Personenaufzugs hatten die Zeiten, in denen die Schwestern nicht gehfähige Patienten in die oberen Stockwerke tragen mussten, endlich ein Ende.

Auch in den jüngeren Jahren zeigt sich, dass das St. Marien-Hospital eine Vorreiterrolle in der medizinischen Versorgung der Region Westmünsterland einnimmt. 2007 wurde mit der Eröffnung der ersten Zentralen Aufnahme- und Diagnostik Abteilung (ZAD) im Kreis Borken und einer der ersten in ganz Nordrhein-Westfalen eine neue Ära der zukunftsorientierten Patientenversorgung eingeleitet. Die erste spezialisierte Schlaganfalleinheit im Kreisgebiet, eine sogenannte „Stroke Unit“, wurde 2011 in Betrieb genommen. Der Anschluss des St. Marien-Hospitals an den Klinikverbund Westmünsterland im Jahr 2007 sowie die Fusion 2015 zu einer einheitlichen Krankenhaus-Trägergesellschaft, der Klinikum Westmünsterland GmbH, machen diese Schwerpunktorientierung möglich.

Heute ist das St. Marien Hospital ein modernes Akutkrankenhaus mit insgesamt neun medizinischen Fachdisziplinen, die 326 Planbetten beinhalten. Fast 800 Mitarbeiter tragen dazu bei, Patienten auf den Weg der Genesung zu bringen oder helfen ihnen, mit den Folgen einer Krankheit umzugehen. Für die Zukunft möchte Geschäftsführer Dr. Björn Büttner den Fokus gerne auf die Spezialisierung medizinischer Fachbereiche zu sogenannten „Kompetenzclustern“ und auf eine überregionale Orientierung legen: „Mit dem Schritt zur verstärkten Spezialisierung möchten wir unsere medizinischen Schwerpunkte und Zentren schrittweise zu einem überregionalen Einzugsgebiet verhelfen, ohne jedoch die regionale Verwurzelung zu Borken aus den Augen zu verlieren“. Trotz ambitionierten Entwicklungsplänen versteht sich das St. Marien-Hospital als eine traditionsbewusste Einrichtung in katholischer Trägerschaft mit gemeinnützigem Auftrag. So bleibt zu hoffen, dass die ereignisreiche Geschichte des Krankenhauses, wenn es die Situation wieder zulässt, entsprechend nachgefeiert werden kann und noch viele weitere Jubiläen hinzukommen.

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