Notfall

Eine Erfolgsgeschichte wird 20 Jahre

Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird! „Wichtig ist, das Älterwerden unter guten Rahmenbedingungen und in Würde zu ermöglichen,“ sagt Dr. Rüdiger Krause, Chefarzt der Klinik für Geriatrie mit Geriatrischer Tagesklinik. Die Klinik feiert in diesen Tagen ihr 20-jähriges Jubiläum und kann auf eine beachtliche Entwicklungsgeschichte zurückblicken.

Seit der Eröffnung im Februar 2002, damals unter Chefarzt Dr. Rainer Wirth der als Wegbereiter den Grundstein für die heutige hochmoderne Abteilung gelegt hatte, wurde ein Ziel verfolgt: Die Wiederherstellung und der Erhalt einer größtmöglichen Autonomie und Selbstbestimmtheit der Patienten. Hinzu kommen die Aspekte von Gesundheit und Lebensqualität im Alter. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist insbesondere die Lebensverlängerung um jeden Preis kein Ziel geriatrischer Arbeit. „Geriatrie möchte also nicht dem Leben Jahre geben, sondern den Jahren Leben geben“, so sagt Dr. Krause. Daher ist das vorrangige Ziel des gesamten Teams, bestehend aus Ärzten, speziell geschulten Pflegekräften, Therapeuten aus den Bereichen Ergotherapie, Physiotherapie, Psychologie, Logopädie und dem Ernährungsteam sowie den Sozialarbeitern und der Pflegeüberleitung, der Erhalt und/oder die Wiedererlangung der Lebensqualität älterer Patienten.

Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik lag von Anfang an auch in der Ernährungsmedizin mit dem besonderen Schwerpunkt der Mangelernährung im Alter. So konnte im Jahr 2008 im Rahmen einer Studie bei rund 25 Prozent der stationär aufgenommenen Patienten eine Unter- oder Fehlversorgung festgestellt werden. Die Klinik nahm an zahlreichen europaweiten Studien zum Thema Mangelernährung im Alter teil und etablierte am St. Marien-Hospital ein Klinisches Ernährungsteam, welches entsprechende Standards entwickelte und die europäischen Leitlinien für das St. Marien-Hospital umsetzte. Seit dem Jahr 2005 ist die Klinik zudem eine medizinische Lehrabteilung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und entsprechend an der Ausbildung der Medizinstudenten involviert.

Ein weiterer Schwerpunkt entstand im Jahr 2009 mit der Gründung des Alterstraumatischen Zentrums (ATZ) in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Unfallchirurgie. Ältere Patienten erhalten hier nach einer Verletzung zielgerichtete Therapien. Seit 2019 wird dieses fachabteilungsübergreifende Konzept zertifiziert.

Seit der Eröffnung stehen den Patientinnen und Patienten der Klinik 47 vollstationäre und 10 teilstationäre Betten in der Tagesklinik zur Verfügung. Die Geriatrie ist aus heutiger Sicht nicht mehr wegzudenken, insbesondere vor dem Hintergrund der immer weiter zunehmenden Versorgung älterer multimorbider Patienten. Zudem haben viele wissenschaftliche Untersuchungen bewiesen, dass eine geriatrische Therapie u.a. neben der Verbesserung der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit auch zu einer Verbesserung des emotionalen Status führt. Ebenso führt die Therapie nachweislich zu häufigerem Verbleiben in der häuslichen Umgebung, einer Verringerung der Krankenhaus-Wiedereinweisungsrate und einer Reduktion des Medikamentenverbrauchs. Es konnte sogar eine Verringerung der Sterblichkeit nachgewiesen werden.

Insbesondere die hochmotivierte, aktivierende und speziell angepasste Pflege hat viel zum Erfolg der Abteilung beigetragen. So sind mit Bettina Mazuch, Pflegerische Leitung der Station A4 und Petra Schwarz, Pflegerische Leitung der Tagesklinik, zwei von drei pflegerischen Leitungen bereits seit 2002 vor Ort. Ergänzt wird das Leitungsteam durch Natascha Hämmerling, Pflegerische Leitung der Station B4. Zusammen mit ihrem Team und in Zusammenarbeit mit allen weiteren Berufsgruppen haben sie dafür gesorgt, dass die Behandlungsqualität durch hohes Engagement und entsprechende Weiterbildungen das heutige hohe Niveau erreichen konnte.

„Für mich ist es eine besondere Ehre, das motivierte Team der Klinik zu leiten, mit dem ich schon so lange zusammenarbeite“, erklärt der Chefarzt Dr. Krause. Vor sechs Jahren hat er die Leitung der Klinik übernommen, in der er vorher bereits 10 Jahre als Oberarzt tätig war. In seiner Amtszeit hat er vor allen Dingen das Konzept des Alterstraumatologischen Zentrums, als auch die Ernährungsmedizin weiter vorangetrieben.

Auch Geschäftsführer Dr. Björn Büttner freut sich über die langjährige Erfolgsgeschichte der Klinik: „Die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gibt uns Recht, dass wir mit dem Konzept auf die Bedürfnisse unserer Patienten eingehen. Chefarzt Dr. Krause und sein Team leisten seit Jahren hervorragende Arbeit und sind auch für die Zukunft – mit Blick auf den demographischen Wandel – gut aufgestellt!“

Pressefoto: Geschäftsführer Dr. Björn Büttner dankte dem langjährigem Leitungsteam – stellvertretend für alle Mitarbeitenden die seit Jahren hohes Engagement bewiesen haben. Eine Feier gab es pandemiebedingt nicht, jedoch Schokolade für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Patientinnen und Patienten.

V.l.: Geschäftsführer Dr. Björn Büttner, Chefarzt der Geriatrie Dr. Rüdiger Krause,  Bettina Mazuch, Pflegerische Leitung der Station A4, Natascha Hämmerling, Pflegerische Leitung der Station B4. und Petra Schwarz, Pflegerische Leitung der Tagesklinik.

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