Geheime Quälgeister – Hämorrhoiden, Fisteln und Co.

Borken. Es juckt, es brennt, es schmerzt. Schätzungsweise jeder Zweite lernt im Laufe seines Lebens die unangenehmen Symptome von Hämorrhoiden oder Fisteln im Analbereich kennen – und dennoch sind die Erkrankungen auch heute noch ein Tabuthema. Dr. Kushtrim Shala, leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Koloproktologie am St. Marien-Hospital Borken, informiert am Donnerstag, den 8. März im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frag doch mal den Arzt“ im Haus Terhörne in Südlohn über neue Behandlungsmöglichkeiten. Die Fragestunde zum Thema „Geheime Quälgeister – Hämorrhoiden, Fisteln und Co.“ startet um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.

„Gesunde Hämorrhoiden tragen als Gefäßpolster zusammen mit dem Schließmuskel wesentlich zur Abdichtung des Enddarmes bei“, erklärt Dr. Shala. „Der Schließmuskel verhindert den Austritt von festem Stuhl, der Schwellkörper den Austritt von Flüssigkeiten und Gasen.“ Im Laufe des Lebens kommt es bei einer Vielzahl von Menschen jedoch zu einer Vergrößerung dieses Polsters. Die medizinische Behandlung von Hämorrhoiden richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Bei kleineren Ausstülpungen kann eine medikamentöse Behandlung in Form von Salben Linderung verschaffen. Im fortgeschrittenen Stadium wird meist operativ behandelt, wobei das übermäßige Gewebe herausgeschnitten wird. „Dabei wird in der Regel auch die empfindliche Haut im Analkanal verletzt und teilweise entfernt. Neben Schmerzen kann es dadurch auch zu unterschiedlichen Komplikationen kommen“, erklärt der Experte für Enddarmerkrankungen.

Die Chirurgen des St. Marien-Hospitals Borken setzen deshalb in geeigneten Fällen seit einiger Zeit ein minimal-invasives Laserverfahren als schonende Behandlungsoption ein. Ziel der neuen Methode ist das kontrollierte Schrumpfen der Hämmorrhoiden bei gleichzeitigem Erhalt ihrer Funktion. Unter lokaler Betäubung werden die Hämorrhoiden über einen kleinen Einstich mit einer dünnen Lasersonde von innen heraus geschrumpft und von der Blutversorgung abgeschnitten, ohne das umliegende Gewebe zu verletzen.

Auch sogenannte Analfisteln werden im St. Marien-Hospital inzwischen mit dem Laser behandelt. Ziel der neuen Methode ist das Zerstören des Fistelgewebes auf schonende Weise und die gleichzeitige Verschließung des Gangs. Die Laserbehandlung dauert nur wenige Minuten und ermöglicht es, auf eine Ausschälung der Fistel zu verzichten. „Wir haben sehr positive Erfahrungen mit den neuen Methoden gemacht“, freut sich Dr. Shala „Die Behandlungen kommen ohne Schnitte aus und es gibt nur eine sehr kleine Wunde. Entsprechend schnell sind die Patienten wieder beschwerdefrei.“

PRESSEFOTO: Dr. Kushtrim Shala, leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Marien-Hospital Borken.

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