Grenzübergreifender Herzschlag

Bocholt. Auf der Straße, beim Einkaufen, beim Marktbummel: Gerät ein Mensch in Not, hat er Schmerzen in der Brust oder wird bewusstlos, gilt der Verdacht auf Herzinfarkt, dann gilt es schnell zu handeln. Hier zählt jede Minute. Zeit, die über Leben und Tod des Kranken entscheiden kann. Welche Rolle spielt da eine Landesgrenze? In Zukunft keine mehr. Denn das St. Agnes-Hospital, die Regionale Ambulancevoorziening Noord en Oost Nederland (Witte Kruis), das Streekziekenhuis Koningin Beatrix (SKB), Winterswijk, der Kreis Borken und der Krankenversicherer Menzis unterzeichneten nun einen Kooperationsvertrag. „Es ist ein Meilenstein im Rahmen der grenzübergreifenden Zusammenarbeit“, freut sich Regionalleiter und Prokurist des St. Agnes-Hospitals Herbert Mäteling.

Konkret bedeutet dies: Wenn ein Patient in den Gemeinden Aalten, Dinxperlo und Winterswijk (Oost-Achterhoek) mit Verdacht auf einen Herzinfarkt schneller im St. Agnes-Hospital als in einem niederländischen Krankenhaus sein kann, wird der Patient mit dessen Zustimmung zur Diagnose und Behandlung in das St. Agnes-Hospital gebracht. Der niederländische Rettungsdienst kündigt sich hierfür vorab beim St. Agnes-Hospital an, sodass dort bereits alle zur Untersuchung und Behandlung notwendigen Vorbereitungen getroffen werden können. Die Kosten für den Transport mit dem niederländischen Rettungsdienst vom Notfallort in das St. Agnes-Hospital und die Kosten für die notwendige Diagnostik und Behandlung im St. Agnes-Hospital werden dabei vom Krankenversicherer des Patienten übernommen.

Sollte der Patient eine Weiterbehandlung benötigen, erhält er in Bocholt Informationen auf Niederländisch und wird vom zuständigen Arzt im St. Agnes-Hospital an den diensthabenden Spezialisten im niederländischen Krankenhaus überwiesen. Eine eventuell medizinisch notwendige Weiterbehandlung und/oder Rehabilitation findet anschließend in den Niederlanden statt. Mit dieser deutsch-niederländischen Kooperation ist ein weiterer entscheidender Grundstein für die Sicherung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung im Grenzgebiet gelegt. „Die bestmögliche Versorgung von Patienten in der Region muss unabhängig von nationalen Grenzen sein. In unmittelbarer Nähe, wenn es möglich ist. In der näheren Umgebung, wenn es medizinisch notwendig ist“, sagt Herbert Mäteling.

Die Voraussetzungen für die Kooperation sind hierbei sehr vielversprechend. Die Unterzeichner sind in der wohnortnahen qualitativ hochwertigen Patientenversorgung fest in der Region verankert und stehen bereits seit vielen Jahren im engen Austausch.

Bei der jetzigen Unterzeichnung der gemeinsamen Kooperation machten dabei alle Beteiligten deutlich: Der Mehrwert in der Patientenversorgung steht im Mittelpunkt der unbefristeten Kooperation.

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