Notfall

Corina Mandjes-Klever: In Bocholt wurde mir das Leben gerettet

Bocholt. Es war zwei Tage vor Weihnachten. In den gesamten Niederlanden gab es kein freies Intensivbett mit Beatmungsmöglichkeit, als die Anfrage im St. Agnes-Hospital Bocholt einging. Vor Ort wurde nicht lange überlegt: die Antwort lautete – ja, wir übernehmen! Die Auslastung mit beatmungspflichtigen Patienten auf der Intensivstation ließ eine Übernahme der Patientin Corina Mandjes-Klever ohne Bedenken zu.

„Wir haben angekündigt, dass wir im Notfall für unsere Nachbarn einspringen, sofern unsere Kapazitäten dies zulassen. Und wir haben unser Wort gehalten“, berichtet Dr. Olaf Baumhove, Ärztlicher Direktor im St. Agnes-Hospital Bocholt und Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. „So funktioniert ein europäisches Miteinander und nur so können wir die Opfer, die diese Pandemie fordert, so gering wie möglich halten“, so Baumhove weiter.

Mandjes-Klever lag zunächst im Krankenhaus Jeroen Bosch in `s-Hertogenbosch, wurde dann ins Krankenhaus ETZ Elisabeth nach Tilburg verlegt und kam schließlich am 22. Dezember in einem sehr schlechten Zustand im Bocholter Krankenhaus an. Es folgte ein vierwöchiger Aufenthalt auf der Intensivstation, insgesamt drei Wochen davon beatmet. „Lange stand es kritisch um Frau Mandjes-Klever, sie hat eine ganze Weile im Koma gelegen. Alle Kolleginnen und Kollegen haben ihr Bestes gegeben und unsere „Power-Patientin“ hat sich mit ganz viel Kraft ihren Weg zurück ins Leben erkämpft“, erzählt der aktuell behandelnde Chefarzt Dr. Ludger Wiemer, II. Medizinische Klinik – Gastroenterologie, Onkologie und Palliativmedizin. Seit einer Woche ist Mandjes-Klever nun auf einer Normalstation und kann in den nächsten Tagen nach nunmehr einem Monat wieder zurück in ihre Heimat.

„Ich bin unendlich dankbar dafür, dass die Medizin keine Grenzen sieht und sich grenzenunabhängig solidarisch gezeigt hat. Nur durch diese unkomplizierte und rasche Abstimmung zwischen den Niederlanden und Deutschland konnte mir rechtzeitig geholfen werden. Die Betreuung auf der Intensivstation war so liebevoll, geduldig, hilfsbereit und zuvorkommend. Jeder einzelne dort liebt sichtbar seine Profession und jeder von ihnen ist mein Held. Das werde ich nie vergessen“, versucht die 53-Jährige ihre Dankbarkeit in Worte zu fassen.

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