Notfall

Neuer innovativer Eingriff in der Stadtlohner Kardiologie

Stadtlohn. Plötzliche Schmerzen im Brustkorb, die bei scheinbar leichten Aktivitäten wie Treppensteigen oder Spaziergängen auftreten und sich schnell auf andere Körperregionen, zum Beispiel den Rücken, den linken Arm oder den Unterkiefer, auswirken. Betroffene, die unter einer Angina Pectoris leiden, kennen diese Symptome. Trotz ausgereizter medikamentöser Therapie, einer Anpassung des Lebensstils und bereits erfolgten Eingriffen kann sich das Krankheitsbild zu einem ständigen Begleiter entwickeln und die Lebensqualität von Betroffenen stark einschränken. Ein rund zwei Zentimeter großer Reducer (deutsch: Verenger), der seit neuestem in der Stadtlohner Kardiologie zum Einsatz kommt, kann Abhilfe schaffen.

Das Metallgeflecht, das von der I. Medizinischen Klinik – Interventionelle Kardiologie im Krankenhaus Maria-Hilf verwendet wird, hat die Form einer Sanduhr. „Der Reducer ist eine neue, innovative Methode, die deutschlandweit erst in wenigen Kliniken angeboten wird. Gerade in unserer Region ist das Stadtlohner Krankenhaus daher ein Vorreiter für diese Behandlungsform“, erklärt Dr. Alessandro Cuneo, Chefarzt der Kardiologie. Der Mediziner nutzt die Implantation des Reducers bei Patienten, die unter einer Angina Pectoris leiden und herkömmliche Behandlungsmethoden bereits ausgeschöpft haben. „Bei rund zehn Prozent der Patienten bleiben die Symptome trotz des Einsetzens von Stents oder Bypässen bestehen, sodass wir in diesen Fällen von einer chronischen beziehungsweise refraktären Angina Pectoris sprechen“, so der Chefarzt.

Das Stadtlohner Ärzteteam greift in diesen Fällen neuerdings auf die Implantation eines Sinus-Reducers zurück. Anfang März erhielt der erste Stadtlohner Patient das neuartige Implantat. Der äußerst sichere und ungefähr einstündige Eingriff mit einem Herzkatheter erfolgt an der großen Herzvene (Sinus coronarius). „Der Reducer verengt das Gefäß und verlangsamt dadurch den Abfluss des Blutes aus dem Herzen, damit das Herz den Sauerstoff im Blut besser ausschöpfen und leistungsstärker arbeiten kann. Dies ist der entscheidende Unterschied zu Stents und Bypässen, die in den Arterien implantiert werden und die Gefäße weiten“, erklärt Dr. Cuneo.

Darüber hinaus soll das Implantat die Schmerzen des Patienten merkbar lindern und dadurch eine Reduzierung von Medikamenten bewirken. „Der Reducer kann dazu beitragen, Patienten, die unter einer Angina Pectoris leiden, wieder ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Auch die Studienergebnisse zu dieser Eingriffsform zeigen, dass sich die Beschwerden bei 75 Prozent der Betroffenen stark verringern und die meisten Patienten bereits kurz nach dem Eingriff eine Verbesserung feststellen“, berichtet der Chefarzt.

Auf untenstehendem Bild zu sehen: Die Form des „Reducers“ nach Ballonaufdehnung. Der Durchmesser in der Mitte beträgt circa drei Millimeter. An den beiden Enden des Metallgeflechts beträgt der Durchmesser zwischen 8 und 14 Millimeter.

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