Notfall

Neues Behandlungsverfahren bei Mitralklappeninsuffizienz

Stadtlohn. In der I. Medizinischen Klinik für Interventionelle Kardiologie am Krankenhaus Maria-Hilf in Stadtlohn konnte jetzt erstmalig eine sogenannte indirekte Herzklappenintervention vorgenommen werden. Für den Patienten ist der neue Eingriff weniger belastend und stellt eine alternative Behandlungsmöglichkeit zur Operation dar.

„Die Undichtigkeit der Mitralklappe – oder Mitralklappeninsuffizienz wie der Fachausdruck lautet – ist der zweithäufigste erworbene Klappenfehler, der sowohl mit einer Einschränkung der Lebenserwartung als auch mit einer erheblichen Abnahme der alltäglichen Belastbarkeit, meist aufgrund von Luftnot, einhergeht“, erklärt Chefarzt Dr. Alessandro Cuneo. „Obwohl die Operation der Mitralklappe das Standardverfahren darstellt, kann knapp die Hälfte aller Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz einer solchen Operation nicht unterzogen werden. Ursächlich hierfür ist häufig ein erhöhtes Operationsrisiko aufgrund schwerer Begleiterkrankungen, hohen Alters oder einer hochgradigen Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens.“

Bei dem neuen Verfahren wird ein steuerbarer Katheter über die Halsvene in den linken Vorhof eingebracht. Anschließend wird ein Polyesterband mit Metalankern im muskulären Mitralklappenausgang befestigt. Das Band lässt sich durch ein integriertes Drahtsystem raffen, wodurch der Mitralklappenausgang verkleinert und die Undichtigkeit behoben wird.

„Die klinischen Daten zeigen, dass das neue Verfahren bei unserem ersten Patienten zu einer Verringerung der Mitralinsuffizienz und einer deutlichen Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität geführt hat“, freut sich Dr. Alessandro Cuneo. Auch der Heilungsverlauf nach dem Eingriff verläuft kürzer als bei einer Operation, weiß der Chefarzt zu berichten: „Nach dem Eingriff kommen die Patienten, meist bereits in wachem Zustand, für eine Nacht auf eine Überwachungsstation. Der gesamte Kliniksaufenthalt liegt bei unkompliziertem Verlauf ebenfalls zwischen 5 und 7 Tagen.“

Das neue Behandlungsverfahren wird ab dem 19.08.2020 im Klinikum Westmünsterland auch am Standort des St. Agnes-Hospitals in Bocholt angeboten.

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