Neues Teammitglied im SPZ auf vier Pfoten

Bocholt. Sie hat vier Pfoten, ganz weiches Fell, ein liebes Gemüt und hört auf den Namen Alice. Seit wenigen Wochen übt die neue „Teamkollegin“ eine Teilzeitbeschäftigung im Sozial-Pädiatrischen Zentrum am St. Agnes-Hospital Bocholt aus. Der Tamaskan ist die neueste Verstärkung im Team. Sie ist fast fünf Jahre alt und hat ein zurückhaltendes Wesen, ist geduldig und nicht fordernd. Damit eroberte sie die Herzen der kleinen Patientinnen und Patienten sowie der Zentrumsmitarbeitenden bereits gleichermaßen. Der Einsatz des Vierbeiners folgt einem klaren medizinischen Therapiekonzept.

„Der therapeutische Ansatz für den Einsatz eines Therapiehundes in unserem Zentrum beruht auf vielen positiven Interaktionen zwischen Mensch und Hund“, erklärt Dr. Eva Hahn, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, der auch das Sozial-Pädiatrische Zentrum angehört. „Hunde werten nicht, sie motivieren in Situationen, in denen wir Menschen an unsere Grenzen stoßen.Sie können zudem sogar als sehr niederschwelliger „Eisbrecher“ in Situationen fungieren, in denen der Zugang zum Kind sonst viel schwieriger wäre“, führt Hahn weiter aus.Das Konzept der tiergestützten Therapie richtet sich damit insbesondere an Kinder mit emotionalen und hyperkinetischen Störungen, Kinder mit Störungen aus dem autistischen Spektrum sowie posttraumatischen Belastungsstörungen. „Speziell diese Kinder haben im Laufe ihres Lebens bereits häufig negative Erfahrungen mit erwachsenen (Bezugs-) Personen gemacht und zeigen daher erhebliche Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen und sich im diagnostischen Prozess zu öffnen“, ergänzt Isabella Fischert, verantwortliche Oberärztin im SPZ. An dieser Stelle kommt die neue Kollegin Alice zum Einsatz. Die kleine Fellnase kann es einigen Kindern erleichtern, mit den Untersuchern während des diagnostischen Prozesses und der ersten Kennenlernphase in Kontakt zu treten. Einsatzzeiten des Therapiehundes werden konkret so geplant, dass diejenigen Kinder und Familien vom Einsatz des Hundes profitieren, bei denen nach Einschätzung der Therapeuten das Beisein von Alice eine positive Auswirkung hat. „Studien zeigen, dass Tiere die diagnostische und therapeutische Arbeit positiv ergänzen. Der Einsatz von Hunden in der Therapie kann sogar Stress und Angst mindern. Sie beeinflussen das therapeutische Setting so, dass Vertrauen, Sicherheit und Mitteilungsbedürfnis sowie Motivation und Kooperation positiv bestärkt werden“, so Fischert weiter. Der begleitete Umgang mit Tieren fördere außerdem die soziale und kognitive Kompetenz sowie lebenspraktische Erfahrungen.

Die Ausarbeitung eines therapeutischen Einsatzplanes von Alice stellt einen Aspekt von vielen im Rahmen der Vorbereitungen der letzten Monate dar. Die Erstellung eines speziellen Hygieneplanes, die Schulung des SPZ-Personals sowie der kontinuierliche Austausch mit Gesundheits- und Veterinärämtern gehören ebenso dazu. Intensive Unterstützung erfolgte außerdem durch die Hygienefachkräfte des Krankenhauses. „Zunächst wird Alice mit einigen Besuchen pro Woche an typische Situationen unseres Therapiealltags in kleinen Schritten herangeführt“, erläutert Tanja Weinekötter, die im SPZ als medizinische Fachangestellte tätig und gleichzeitig Hundehalterin ist, die erste Eingewöhnungsphase des Therapiehundes. In dieser Phase haben
sowohl Hund als auch die Teammitglieder und Patienten schon einmal die Gelegenheit sich zu „beschnuppern“ und kennenzulernen.Im Mai nächsten Jahres startet dann die intensive  zwölfmonatige Ausbildungsphase mit anschließender Abschlussprüfung zum offiziellen Therapiebegleithund. Unabhängig davon ist der kleine, kuschelige Vierbeiner aber schon jetzt eine Bereicherung und zaubert allen Beteiligten ein Lächeln ins Gesicht.

Pressefoto: (v.l.) Therapiehund Alice mit Isabella Fischert (Oberärztin SPZ), Tanja Weinekötter (SPZ) und Dr. Eva Hahn (Chefärztin der Klinik für Kinder-und Jugendmedizin).

Zum Archiv