Notfall

St. Agnes-Hospital führt Konzept zur Betreuung stationärer dementiell veränderter Patienten ein

Bocholt. Das Bocholter Krankenhaus hat in den letzten Jahren eine starke Zunahme von Patienten mit einem demenziellen Erscheinungsbild festgestellt. Oftmals gehen hiermit auffällige Verhaltensmuster wie Hinlauftendenzen, Angstzustände und Aggressionen einher, die den geordneten Stationsablauf auf eine enorme Probe stellen. Das Pflegekonzept „Die Insel“ soll dem entgegenwirken und Patienten sowie Pflegepersonal entlasten.

Seit dem Projektstart Anfang April hat Stationsleiter Torsten Meyer auf der Station 4 im St. Agnes-Hospital eine Vielzahl positiver Veränderungen feststellen können. „Die Stationsversorgung verläuft nun viel geregelter und sowohl unsere Patienten als auch die Pflegerinnen und Pfleger werden weniger belastet. Daher können wir schon nach wenigen Wochen ein äußerst positives Zwischenfazit ziehen.“ Bei der Insel handelt es sich um eine Tagesbetreuungseinheit mit einer speziell auf demente Patienten abgestimmten Tagesstruktur. Dabei wird die Aktivität der Patienten mittels verschiedener Betätigungen wie Singen oder interaktiver Spiele gefördert. „Die hochwertige Betreuung im Rahmen der Tagesbetreuung wirkt sich äußerst positiv auf den Allgemeinzustand des Patienten aus. Sie beeinflusst zum Beispiel den Schlaf- und Wachrhythmus, fördert die Nahrungsaufnahme sowie die Flüssigkeitszufuhr und verringert das Auftreten auffälliger Verhaltensmuster wie Aggressionen, Unruhe und Angstzustände“, erklärt Meyer. In vielen Fällen kann dadurch sogar die Dauer des Krankenhausaufenthaltes verringert werden.

„Die Insel ist ein hervorragendes Beispiel für die zunehmende Professionalität im Pflegebereich, die wir in unserem Haus kontinuierlich vorantreiben“, berichtet Holger Hummels, Pflegedirektor im Bocholter Krankenhaus. „Die Betreuungseinheit mit den neuen demenzgerechten Räumlichkeiten wird von unseren Patienten bislang sehr gut angenommen.“ Die Betreuung erfolgt durch speziell qualifiziertes Pflegepersonal, welches erfahren im Umgang mit dementen Patienten ist. Die Insel ist auf acht Plätze begrenzt.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wurde das Pflegeprojekt mit zwei festen Gruppen mit jeweils vier Patienten gestartet, die halbtags vor- und nachmittags betreut werden. Langfristig sind die Zusammenlegung der Gruppen und eine ganztägige Betreuung an sieben Tagen in der Woche geplant.

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