Notfall

Die Geschichte des Maria-Hilf Krankenhauses

 

  • 21. November 1865
    Einweihung des Hauses, das damals an der Poststraße lag, mit einen großen Fest für Stadt und Land. Ideengeber und Gründer des Krankenhauses war Vikar Linnemann. Die Realisierung erfolgte nach der Grundstückschenkung durch die Bauernfamilie Konert. Bereits von Anfang an erfolgte die Patientenbetreuung durch Ordensschwestern des heiligen Franziskus von St. Mauritz. Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Schwestern lag zunächst in der ambulanten Pflege. Die Straßen und Wege waren damals sehr holprig und mit dem Fahrrad schlecht zu bewältigen, so dass die Schwestern oft stundenlang unterwegs waren.
  • August 1869
    Das Krankenhaus wird eine rechtsfähige Stiftung, dessen Verwaltung in den Händen eines Kuratoriums lag. Durch die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung konnten bauliche Erweiterungen vorgenommen werden.
  • 1890
    Erweiterung der Augenstation. Es konnten 25 – 40 Patienten, die an einem Augenleiden litten, aufgenommen werden.Die damalige medizinische Entwicklung des Stadtlohner Krankenhauses ist zum großen Teil dem Augenarzt Sanitätsrat Dr. Engelbert Decking zu verdanken, der ab dem Jahr 1890 hier 50 Jahre tätig war. Er war der erste Augenarzt, der die Hornhaut am Auge schweißen konnte und so vielen Patienten das Augenlicht wiedergegeben hat. Der Ruf seiner Tätigkeit und seiner Erfolge bei Staroperationen war weit über die Grenzen Stadtlohns bekannt. Seine Nachfolger waren Dr. Helmut Machmmer und Dr. Koetzko.
  • 1896
    Unter der Leitung von Dechant Tigges wurde ein rechter Flügel angebaut.
  • 1921
    Weitere bauliche Veränderungen wurden unter Dechant Reismann vorgenommen.
  • 1932
    Es entsteht ein neues Ökonomiegebäude und eine große Wäscherei.
  • 1940
    Nachdem im Jahr  vier Ärzte als Belegärzte für das Krankenhaus in Stadtlohn tätig waren, gelang es, einen Erweiterungsbau zu schaffen, der die entsprechenden Operations,- Verbands,- und Röntgenräume sowie einige Zimmer vorsah.
  • November 1938
    Die Zeit des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkrieges war für das Krankenhaus eine schwarze Zeit. Am 09. November 1938 leistete das Krankenhaus in der Reichskristallnacht für viele verletzte Juden erste Hilfe. Dass dies nicht ungefährlich war, zeigt die Geschichte von Gertud Osik, eine Krankenschwester, die auch die Haushälterin von Vikar Wiesmann war. Für die Fronleichnamsprozession hatte sie mit gelben und weißen Rosen geschmückt. Da die Nationalsozialisten das Schmücken mit Kirchenfarben verboten hatten und Frau Osik zudem noch bei Juden eingekauft hatte, wurde sie drei Wochen lang jeden Tag im Rathaus von vier NS Leuten verhört. Die Ordensschwester Landoveva sagte später zu ihr: “Du hast kurz vor Ausschwitz gestanden.“
  • März 1945
    An diesem Tag fand der erste Bombenangriff auf Stadtlohn statt. Es kamen 150 Stadtlohner ums Leben. Obwohl viele Häuser zerstört und die Kirche schwer beschädigt war, hatte das Krankenhaus nur leichte Beschädigungen erlitten. Die Schwerverwundeten wurden zum Krankenhaus gebracht. Da die Räumlichkeiten im Krankenhaus nicht mehr ausreichten, wurden die Verwundeten auf den Fluren und auf dem Rasen behandelt. Es muss schrecklich gewesen sein. Bewohner berichteten, dass es wie auf einem Hauptverbandsplatz eines Schlachtfeldes ausgesehen habe.