Notfall

Wir sollten darüber sprechen

Bocholt. Ungern beschäftigen sich die meisten Menschen mit dem Thema Krebs. Der Darm, unser wichtigstes Verdauungsorgan, ist sicher ein ebenso unbeliebtes Gesprächsthema. „Wir sollten aber darüber sprechen oder uns zumindest mit diesen Themen auseinander setzen”, findet Dr. Ludger Wiemer, Chefarzt der II. Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Palliativmedizin und Onkologie im Klinikum Westmünsterland am St. Agnes-Hospital. Allein in Deutschland erkranken laut Felix Burda Stiftung jährlich mehr als 60.000 Menschen an Darmkrebs. Doch das müsste nicht sein. Im Kampf gegen die Erkrankung ist Früherkennung die wichtigste Waffe. Denn rechtzeitig erkannt, ist Darmkrebs gut therapierbar. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. „Mit einer Darmspiegelung, der Koloskopie, können diese Vorstufen frühzeitig entdeckt und entfernt werden – und zwar schon bevor sie zu Krebs werden”, erklärt Dr. Wiemer.

darm2011-6521

Um das Thema Darmkrebsvorsorge erneut in den Fokus zu rücken, haben sich Ärzte verschiedener Fachdisziplinen des Klinikums Westmünsterland und des Medizinischen Versorgungszentrum für Innere Medizin (MVZ) am St. Agnes-Hospital zusammengeschlossen und gemeinsam einen Informationstag ins Leben gerufen. Am Samstag, den 16. April, werden sie zusammen mit Vertretern der Selbsthilfegruppe Ilco, dem Ernährungsberater- Team des St. Agnes-Hospitals sowie Vertretern des Ambulanten Therapie Zentrums ATZ-Stern von 10 bis 16 Uhr in den Bocholter Shopping Arkaden auf die Bedeutung der Darmkrebsvorsorge aufmerksam machen.

Auch wenn das Thema auf den ersten Blick unangenehm zu sein scheint, am Informationstag warten viele spannende Aktionen auf die Besucher der Arkaden. So gibt das Team um den Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Leiter des Onkologischen Zentrums am St. Agnes-Hospital, Priv.-Doz. Dr. Torsten Überrück, spannende Einblicke in moderne Operationsverfahren. Durch die Vorstellung der endoskopischen Therapie und Diagnostik möchte der Chefarzt und stellvertretende Leiter des Onkologischen Zentrums, Dr. Ludger Wiemer, gemeinsam mit seinem Gastroenterologen-Team die Angst vor der vermeintlich unangenehmen Vorsorgeuntersuchung nehmen. Darüber hinaus geben die Ernährungsberater des St. Agnes-Hospitals anschauliche und praxisnahe Tipps, welche Lebensmittel Beschwerden vorbeugen können. Rede und Antwort stehen am Samstag ebenso Vertreter der Selbsthilfegruppe Ilco sowie Stefan Winterhalder Facharzt für Gastroenterologie.

Ein besonderer Hingucker ist an diesem Tag wohl das übergroße Darmmodell, welches vor der Mayerschen Buchhandlung zu bestaunen sein wird. Der zwei Meter hohe und fast genauso lange Organausschnitt zeigt anschaulich den anatomischen Aufbau sowie gutartige und bösartige Veränderungen des Darms.

 

 

Zum Archiv