25.06.2026
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Neue Lebensqualität dank Blasenschrittmacher: Patientin gewinnt ihren Alltag zurück

Moderne Therapie im St. Marien-Krankenhaus Ahaus des Klinikums Westmünsterland schenkt 62-Jähriger neue Freiheit

Jahrelang bestimmte die Angst vor dem nächsten Toilettengang den Alltag von Tetyana Horbenko (62). Bis zu zehnmal täglich musste die Patientin die Toilette aufsuchen. Hinzu kamen starker Harndrang und Inkontinenz, die das Tragen von Vorlagen unverzichtbar machten. Spontane Ausflüge, längere Autofahrten oder gesellige Treffen mit Familie und Freunden wurden zunehmend zur Herausforderung.

„Mein Leben hat sich immer mehr nach der nächsten Toilette gerichtet“, erinnert sich Tetyana Horbenko. „Viele Aktivitäten habe ich vermieden, weil ich Angst hatte, die Situation nicht kontrollieren zu können.“

Auf der Suche nach Hilfe wandte sie sich an die Inkontinenzsprechstunde der Urologie im St. Marien-Krankenhaus Ahaus, einem Standort des Klinikums Westmünsterland. Dort werden Patientinnen und Patienten mit Blasenfunktionsstörungen und Inkontinenz umfassend diagnostiziert und individuell behandelt.

Zunächst wurde bei Tetyana Horbenko eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Doch die Beschwerden blieben bestehen. Nachdem konservative Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft waren, empfahlen Dr. Björn Haben und Firas Jamour aus der Klinik für Urologie und Kinderurologie die sogenannte sakrale Neuromodulation – besser bekannt als Blasenschrittmacher.

Wenn die Kommunikation zwischen Blase und Gehirn gestört ist

Der Blasenschrittmacher ist ein modernes Therapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit überaktiver Blase oder bestimmten Formen der Harninkontinenz. Dabei werden die Nervenbahnen stimuliert, die für die Steuerung der Blasenfunktion verantwortlich sind. Über feine elektrische Impulse kann die Kommunikation zwischen Blase, Rückenmark und Gehirn reguliert werden. Ziel ist es, den Harndrang zu reduzieren und die Kontrolle über die Blasenfunktion wiederherzustellen.

Bevor das eigentliche System dauerhaft implantiert wird, erfolgt zunächst eine Testphase. Dabei wird ein temporärer Schrittmacher eingesetzt, um zu prüfen, ob die Behandlung den gewünschten Erfolg bringt.

Genau diesen Weg ging auch Tetyana Horbenko. Im St. Marien-Krankenhaus Ahaus implantierten Dr. Björn Haben und Firas Jamour zunächst einen Testschrittmacher für einen Zeitraum von 14 Tagen.

Der Erfolg stellte sich nahezu unmittelbar ein.

„Ich habe den Unterschied sofort gespürt“, berichtet die 62-Jährige. „Statt zehnmal am Tag musste ich plötzlich nur noch vier bis fünfmal zur Toilette. Vorlagen brauchte ich praktisch nicht mehr.“

Erfolgreiche Testphase führt zur dauerhaften Implantation

Aufgrund der deutlichen Verbesserung entschieden sich Patientin und Behandlungsteam gemeinsam für die dauerhafte Implantation des Blasenschrittmachers. Der Eingriff verlief erfolgreich.

Heute kann Tetyana Horbenko wieder deutlich unbeschwerter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Aktivitäten, die sie früher aus Unsicherheit gemieden hatte, gehören wieder selbstverständlich zu ihrem Alltag.

„Ich habe ein großes Stück Lebensqualität zurückgewonnen. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt sie. Ihr besonderer Dank gilt Dr. Björn Haben und Firas Jamour sowie dem gesamten Team der Urologie.

Moderne Inkontinenztherapie im Klinikum Westmünsterland

Für Dr. Björn Haben zeigt der Fall beispielhaft, welche Möglichkeiten moderne Therapieverfahren heute bieten können:

„Inkontinenz ist für viele Betroffene ein sensibles Thema, über das oft nur ungern gesprochen wird. Dabei gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten. Mit unserer Inkontinenzsprechstunde möchten wir Patientinnen und Patienten ermutigen, sich frühzeitig beraten zu lassen. Die sakrale Neuromodulation kann insbesondere dann eine sehr wirksame Option sein, wenn andere Therapien nicht ausreichend helfen.“

Als Teil des Klinikums Westmünsterland bietet die Klinik für Urologie und Kinderurologie am Standort Ahaus ein breites Spektrum moderner diagnostischer und therapeutischer Verfahren an. Dazu gehört auch die Behandlung komplexer Blasenfunktionsstörungen und Inkontinenzerkrankungen. Für viele Betroffene kann der Blasenschrittmacher dabei den entscheidenden Schritt zurück zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität bedeuten.