25.03.2026
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Schnelle Genesung nach robotischer Operation

Robotisch assistierte Operation im St. Agnes-Hospital ermöglicht schonende Entfernung von Blase und Prostata

Pressefoto: Patient Sebastian Daxenberger erfreut sich gemeinsam mit kommissarischem Chefarzt Rami Abualsuod seiner schnellen Genesung nach erfolgreicher Operation.

Für viele Patientinnen und Patienten ist eine Operation an der Harnblase ein großer Eingriff – insbesondere im hohen Alter. Dass moderne Technik hier entscheidende Vorteile bringen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem St. Agnes-Hospital Bocholt: Bei Sebastian Daxenberger, einem über 80-jährigen Patienten, wurde kürzlich erfolgreich eine Zystektomie, also die Entfernung von Harnblase und Prostata, robotisch durchgeführt. Bereits am zweiten Tag nach der Operation war der Patient wieder mobil und hatte kaum Beschwerden.

Der Eingriff wurde mit dem Da-Vinci-Operationssystem durchgeführt. Dabei handelt es sich nicht um einen autonom arbeitenden Roboter, sondern und ein hochpräzises Instrument, das die Bewegung der Operateurinnen und Operateure im Operationssaal besonders fein und zitterfrei überträgt. Dadurch können komplexe Eingriffe minimalinvasiv über kleinste Schnitte erfolgen. Gerade bei großen onkologischen Operationen wie der Entfernung der Harnblase profitieren Patientinnen und Patienten von dieser Technik. Auch Eingriffe an den Nieren und Harnleitern sind bei diesem System möglich. Die minimalinvasive Vorgehensweise verursacht deutlich kleinere Verletzungen des Gewebes als klassische offene Operationen. Dadurch können Schmerzen reduziert, Blutverluste verringert und die Genesungszeit verkürzt werden.

„Die robotische Chirurgie ermöglicht uns eine sehr präzise und gleichzeitig besonders schonende Durchführung auch komplexer Eingriffe“, erklärt Rami Abualsuod, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie. „Gerade bei älteren Patientinnen und Patienten sehen wir häufig, dass sie nach einer solchen Operation schneller wieder mobil sind und deutlich weniger Beschwerden haben.“

Das Beispiel zeigt zugleich, welche Rolle die robotische Chirurgie inzwischen am Standort Bocholt spielt. Bereits seit 2021 wird das Da-Vinci-System am St. Agnes-Hospital eingesetzt. Im vergangenen Jahr hat das Klinikum Westmünsterland seine Kapazitäten weiter ausgebaut und ein zweites System in Bocholt in Betrieb genommen. Dadurch können noch mehr komplexe Eingriffe robotisch durchgeführt werden.

Die Technik kommt neben der Behandlung urologischer Erkrankungen auch bei Krebserkrankungen im Bauchraum, wie der Bauchspeicheldrüse oder dem Magen-Darm-Trakt, sowie bei gynäkologischen Krebserkrankungen zum Einsatz.

Für Herrn Daxenberger hat sich das moderne Verfahren bereits ausgezahlt: Bereits am zweiten Tag nach der Operation konnte er wieder selbstständig aufstehen und kurze Strecken gehen – ein Ergebnis, das die behandelnden Ärzte besonders freut.