23.01.2026
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St. Agnes-Hospital Bocholt stärkt Hilfsangebot für Frauen und Mütter in Not

Vertrauliche Geburt als zentrales Hilfsangebot

Das Team der Bocholter Kinderklinik vor dem neu eingerichteten Babyfenster.

Das St. Agnes-Hospital erweitert und stärkt seine Hilfsangebote für Frauen in belastenden oder ausweglos erscheinenden Lebenssituationen. Im Mittelpunkt steht dabei die Möglichkeit der vertraulichen Geburt, die Frauen einen medizinisch sicheren und zugleich anonymen Rahmen für die Entbindung bietet. Ergänzend dazu hat das Bocholter Krankenhaus jetzt ein Babyfenster eingerichtet, das als letztes Schutzangebot für Neugeborene dient, wenn keine andere Lösung möglich erscheint.

Die vertrauliche Geburt wird im St. Agnes-Hospital Frauen in belastenden oder ausweglos erscheinenden Lebenslagen angeboten. Dabei können sie medizinisch sicher und professionell betreut entbinden, ohne ihren Namen nennen zu müssen. Die Aufnahme erfolgt auf Wunsch anonym, Ausweisdokumente werden nicht verlangt. Alle medizinischen Untersuchungen, die Geburt sowie die Versorgung im Wochenbett finden diskret und geschützt statt. Die Kosten rund um Schwangerschaft und
Geburt werden vollständig übernommen – unabhängig vom Versicherungsstatus. Die Anonymität der Mutter bleibt gewahrt, auch gegenüber Angehörigen.

„Es ist uns ein großes Anliegen, Frauen frühzeitig über Hilfen zu informieren, damit sie wissen: Es gibt Hilfsangebote, und niemand muss in einer Notsituation allein bleiben“, erklärt Dr. Eva Hahn, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Als zusätzliches Angebot haben wir jetzt ein Babyfenster eingerichtet – ein wichtiges Schutzangebot, das Leben retten kann.“

Das Babyfenster befindet sich seitlich am Gebäude des SPZ Westmünsterland (Barloer Weg 127c) in Bocholt an einem diskreten und gut zugänglichen Ort. Wird ein Neugeborenes dort hineingelegt, löst dies einen stillen Alarm aus. Innerhalb weniger Minuten ist medizinisches Fachpersonal vor Ort, übernimmt die Versorgung des Kindes und bringt es in die Kinderklinik. Dort erfolgt umgehend eine medizinische Untersuchung und Betreuung. Anschließend übernimmt das Jugendamt die gesetzlich vorgeschriebene Inobhutnahme und sorgt für die weitere Versorgung und Perspektive des Kindes.

Frauen können sich vorab anonym an das bundesweite Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“ wenden oder auch ohne vorherige Beratung zur Entbindung ins Krankenhaus kommen. In diesem Fall stellt die betreuende Hebamme denKontakt zu einer spezialisierten Beratungsstelle her. Ein besonderer Aspekt der vertraulichen Geburt ist, dass dem Kind später, sofern es dies wünscht, ein behutsamer Zugang zu Informationen über seine Herkunft ermöglicht werden kann.

„Unser Ziel ist es, sowohl das Kind als auch die Mutter bestmöglich zu schützen“, so Dr. Hahn weiter. „Mit der vertraulichen Geburt und dem Babyfenster machen wir deutlich: Es gibt Hilfe – vertraulich, sicher und ohne Angst.“